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Wasserversorgung: Frage der Sorgfalt

Uhr | Aktualisiert 24.01.2013 23:54 Uhr

Detlef Drewes

(BILD: mz)
Detlef Drewes hält die Furcht des Verbrauchers vor einer Privatisierung der Wasserversorgung für nachvollziehbar.
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Es kann in der Tat nicht sein, dass teilprivatisierte Stadtwerke mit Geld aus dem kommunalen Haushalt gefördert werden, obwohl sie eigentlich längst in privater Hand sind. Dann müssen sie sich auch dem Wettbewerb stellen. Dieses Anliegen soll das neue Regelwerk durchsetzen. Das ist leider nur höchst missverständlich gelungen.

Die Verunsicherung, die rund um das Thema Trinkwasser entstanden ist, hätte man ahnen können. In den letzten Jahren haben die Menschen erlebt, dass die Preise beispielsweise von Nahrungsmitteln zu einem nicht unerheblichen Teil von Spekulanten mitbestimmt wurden.

Die Erfahrung, dass der Markt auch vor Grundprodukten des täglichen Lebens nicht zurückschreckt, macht empfindlich. Die Befürchtung, dass auch das Wasser zum Spekulationsobjekt werden könnte, lag zumindest auf der Hand. Mehr Sorgfalt hätte gut getan. Wobei man dem Verbraucher auch sagen muss: Selbst kommunale Wasserversorger sind keine uneigennützigen Wohlfahrtsorganisationen. Die Bereitstellung und Entsorgung von Wasser sind ein Geschäft. Dass das nach klaren Regeln ablaufen sollte, ist nachvollziehbar. Aber eben nicht selbstverständlich.

Kontakt zum Autor: Detlef Drewes

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