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Wahl in Israel: Hoffnungszeichen

Uhr | Aktualisiert 24.01.2013 00:52 Uhr

Inge Günther (FOTO: MZ)

Inge Günther hofft nach der Wahlblamage des israelischen Regierungschefs auf weniger nationalistische Töne.
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Da kann auch Benjamin Netanjahu nichts schönfärben. Für Israels Regierungschef ist dieser Wahlausgang eine Blamage. Sein Tunnelblick war im Wahlkampf allein auf die Siedlerlobby fixiert. Als wenn in Israel eine politische Mitte gar nicht mehr existierte und man getrost die Proteste gegen zu hohe Lebenskosten und ungleiche Lastenverteilung beim Wehrdienst vergessen könnte. Das hat ihn eine Menge Stimmen gekostet. Die nationalreligiösen Eiferer vermochte Netanjahu nicht einzufangen. Die bevorzugten die Ultrarechten um Naftali Bennett, der ohne Wenn und Aber einen Palästinenser-Staat ablehnt. Und die erschrockenen Bürger im Zentrum votierten bei derart nationalistischen Tönen lieber für einen, der schon früher im Fernsehen vernünftig und moderat klang, jedenfalls nie radikal: den Ex-Moderator Jair Lapid. Er ist der eigentliche Sieger dieser Wahl. Ob der politische Newcomer tatsächlich die Zukunft verkörpert, wie seine Partei verheißt, muss sich zeigen. Aber Netanjahu wird sich nicht mehr erlauben können, die Meinung der Welt zu seinem ungehemmten Siedlungsbau auf besetztem Land zu ignorieren. Zumindest das gehört der Vergangenheit an.

Kontakt zum Autor: Inge Günther

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