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Vorschlag der Linken: Unsinn

Uhr | Aktualisiert 01.02.2013 22:07 Uhr

Markus Decker (FOTO: MZ)

Markus Decker hält den Vorstoß der Linken für eine Begrenzung der Managergehälter für verfehlt.
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Stellen wir uns mal für einen Moment vor, die nächste Kanzlerin hieße nicht Angela Merkel, sondern Katja Kipping. Würden dann die Manager-Gehälter auf 480 000 Euro pro Jahr begrenzt? Sicher nicht. Denn erstens kann man Unternehmen das nicht vorschreiben. Und zweitens würde das Bundesverfassungsgericht eine 100-Prozent-Steuer sofort als Enteignung kassieren. Das wissen alle. Auch Kipping. Der französische Präsident François Hollande läuft schon mit seiner 75-Prozent-Reichensteuer auf Grund. Das Ganze ist Unsinn.

Warum aber wird die Forderung dann erhoben? Die Antwort ist ganz einfach und offenbart die Schwäche der Linken. Sie lautet: Weil sich die Linke anders nicht ins Gespräch bringen kann. Denn der Entwurf für das Wahlprogramm ist zwar schon seit ein paar Tagen auf dem Nachrichtenmarkt. Aber es interessiert sich keiner dafür, weil der Linken die Machtperspektive fehlt und das, was sie beschließt, sowieso nicht Realität wird.

Wenn man dem Vorstoß überhaupt etwas Positives abgewinnen will, dann den darin enthaltenen Hinweis, dass die Spreizung von Löhnen und Gehältern in Deutschland zu groß geworden ist. Das jedoch wussten die Leute auch vorher.

Kontakt zum Autor:Markus Decker

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