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Strom: Merkwürdiger Dank

Uhr | Aktualisiert 23.11.2012 20:56 Uhr

Steffen Höhne (FOTO: MZ)

Steffen Höhne plädiert dafür, dass die hohen Kosten für den Stromnetz-Ausbau bundesweit bezahlt werden.
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Bei Windkraft und Solar gehen die neuen Länder voran. Die hehren Ziele der Bundesregierung beim Ausbau der erneuerbaren Energien sind nur erreichbar, weil in Ostdeutschland in den vergangenen Jahren auch auf Kosten der Landschaft fleißig investiert wurde. Dafür zahlen die hiesigen Verbraucher höhere Strompreise. Ein merkwürdiger Dank.

Anders als bei der Finanzierung von Windrädern und Solaranlagen werden die hohen Kosten für den Ausbau des Stromnetzes auf die Regionen abgewälzt. Und es kommt noch besser: Teure Gaskraftwerke in Bayern, die zur Netzstabilisierung in Betrieb genommen werden, belasten allein ostdeutsche Rechnungen. Für die Industrie ist das zu einem erheblichen Wettbewerbsnachteil geworden.

Nun kann man berechtigt einwenden, dass die erneuerbaren Energien auch Arbeit, Steuern und Firmengewinne in den Osten gebracht haben. Doch die Eigentümer vieler Anlagen sitzen keineswegs vor Ort.

Wenn die Energiewende eine nationale Aufgabe ist, sollte sie auch so bezahlt werden. Die Landesregierung Sachsen-Anhalts hat das Problem schon früh erkannt. Durchsetzen konnten sich die Landespolitiker aber bisher nicht.

Kontakt zum Autor:Steffen Höhne

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