Vorlesen

Strafrecht für Senioren: Überflüssig

Uhr | Aktualisiert 03.02.2013 20:04 Uhr

Sibylle Quenett (FOTO: MZ)

Sibylle Quenett ist der Meinung, dass Senioren keine besonderen Regeln im Strafrecht haben sollten.
Drucken per Mail

Die deutschen Kriminalbeamten sorgen sich um die Senioren. Weil die Zahl der Straftäter im fortgeschrittenen Alter steigt, sprechen sie sich für ein besonderes "Seniorenstrafrecht" aus. Das Jugendstrafrecht lässt als Muster grüßen.

Doch wo kommen wir hin, wenn künftig nicht mehr "gleiches Recht für alle" gilt? Ein Blick auf das deutsche Steuersystem, das für alles und jedes Sonderregelungen vorsieht, schreckt ab. In der Bibel kam Moses noch mit den zehn Geboten aus, um ein funktionierendes Gemeinwesen zu garantieren. Diese Zeiten sind wohl dauerhaft vorbei. Aber eine Entrümpelung von Vorgaben wäre vermutlich auch in der Justiz eher angeraten als fein ziselierte Differenzierung für Menschen oberhalb der 60.

Überhaupt steht ja zu vermuten, dass unsere älteren Mitbürger daran wenig Interesse haben. Schließlich unterstellt das, dass die Alten einfach nicht wüssten, was sie da tun. Aber wer will schon potenziell als nicht mehr ganz zurechnungsfähig gelten? Am besten wäre es, wenn der Vorschlag ganz schnell von der Agenda wieder verschwände. Ungefähr so wie der Seniorenteller von den meisten Speisekarten.

Kontakt zur Autorin:Sibylle Quenett

Auch interessant