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Religiöse Symbole: Augenmaß

Uhr | Aktualisiert 15.01.2013 22:58 Uhr

Detlef Drewes

(BILD: mz)
Detlef Drewes begrüßt das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte zu religiösen Symbolen.
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Rund um die religiösen Symbole in unserer Gesellschaft wurde schon so viel Unsinn geurteilt, dass man über den Richterspruch aus Straßburg geradezu erleichtert sein kann. Denn wer seinen Glauben durch das sichtbare Tragen eines Kreuzes, eines muslimischen Kopftuches oder eines jüdischen Davidssterns nach außen zeigen möchte, darf dies auch an seinem Arbeitsplatz tun - vorausgesetzt es gibt nicht andere wichtige Vorschriften wie etwa in einem Krankenhaus.

Dass die Richter nicht wenige europäische Regierungen in Schwierigkeiten gebracht haben, gehört allerdings zum Gesamtbild hinzu. Denn auch die Burka ist ein Dokument des islamischen Glaubens. Sie wurde in zahlreichen europäischen Ländern inzwischen verboten.

Dennoch haben die Richter einen wichtigen Grundsatz gefestigt. Der persönliche Glauben gehört zu jenem Privatbereich, den ein Arbeitgeber nicht ohne gute Gründe einschränken darf. Das ist ein wichtiger, ja wegweisender Beitrag. Denn es gab in Europa auch schon ganz andere Tendenzen - bis zur völligen Abschaffung religiöser Symbole im Alltagsleben. Da haben die Juristen des Gerichtshofes für Menschenrechte viel Augenmaß bewiesen.

Kontakt zum Autor: Detlef Drewes

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