Vorlesen

Landesfeuerwehr: Riskante Geste

Uhr | Aktualisiert 25.11.2012 20:03 Uhr
Hendrik Kranert-Rydzy  (BILD: MZ)
Hendrik Kranert-Rydzy glaubt nicht, dass Sachsen-Anhalts Landesfeuerwehrverband bereits über den Berg ist.
Drucken per Mail
Halle (Saale)/MZ. 

Eine Verschnaufpause. Mehr ist es nicht, was dem Landesfeuerwehrverband mit dem Erlass von gut 44.000 Euro bereits gezahlter Fördermittel durch das Innenministerium gewährt wird. Für den Innenminister ist die Summe verschmerzbar, für den Verband hätte sie das Ende bedeutet.

Doch Stahlknecht braucht den Verband: Die Feuerwehrreform 2020, die gerade im Innenministerium den letzten Schliff bekommt, wird vor Ort nicht ohne Schmerzen und Proteste über die Bühne gehen. Denn angesichts sinkender Einwohnerzahlen und schrumpfender Haushalte neigt sich die Zeit, in der es noch in jedem Dorf ein Gerätehaus und die modernste Technik gab, dem Ende zu. Reformen sind nötig, doch dafür braucht es Mittler vor Ort.

Stahlknechts ebenso gönnerhafte wie eigennützige Geste ist aber nicht ohne Risiko. Scheitert der Verband trotz des Schuldenerlasses, ist auch der Minister beschädigt. Und dass der Verband noch nicht über den Berg ist, hat die Delegiertenversammlung gezeigt: Der Vorstand ist tief gespalten, die Kassenlage nach wie vor undurchsichtig. Immerhin: Den alten Vorstand nicht zu entlasten, zeugt von einem gewachsenen Problembewusstsein.

Kontakt zum Autor: Hendrik Kranert-Rydzy

Auch interessant