Vorlesen

Frauenrechte in Indien: Wirkliche Gerechtigkeit

Uhr | Aktualisiert 30.12.2012 22:41 Uhr
Andreas Montag (FOTO: MZ) 
Andreas Montag meint, dass nach der grausamen Ermordung einer Inderin das herrschende Frauenbild zum Thema werden muss.
Drucken per Mail

Weltweit hält das Entsetzen an über ein grausames Verbrechen, nun hat sich sogar Ban Ki Moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen, zu Wort gemeldet. Sechs Männer hatten am 16. Dezember in Neu Delhi eine junge Frau gemeinschaftlich vergewaltigt und bestialisch misshandelt. Was sie der 23-Jährigen dabei antaten, ist so monströs, dass es alles übersteigt, was man noch begreifen könnte.

Das Opfer, eine 23-jährige Studentin, ist inzwischen seinen schweren inneren Verletzungen erlegen. In wenigen Tagen schon sollen die Tatverdächtigen vor Gericht gestellt werden. Damit wird dem Recht Genüge getan und auch ein politisches Signal ausgesandt werden: Indien geht auf das Schärfste vor gegen sexuelle Gewalt. Aber wirkliche Gerechtigkeit wird das Urteil, wie immer es ausfällt, nicht herstellen können, jedenfalls nicht für die gequälte, ermordete Frau und ihre Angehörigen.

Der Ruf nach der Todesstrafe für die Täter macht nichts besser. Es geht ja vor allem um den Wert und die Würde, die man Frauen in der Gesellschaft zugesteht - oder eben nicht. Hierbei gibt es in vielen Ländern und Köpfen gewaltige Defizite. Diese ausdrücklich einzugestehen, wäre ein erster Schritt.

Kontakt zum Autor:Andreas Montag

Auch interessant