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EU und Großbritannien: Riskantes Spiel

Uhr | Aktualisiert 24.01.2013 00:56 Uhr

Peter Riesbeck (FOTO: MZ)

Peter Riesbeck glaubt, dass bei einem EU-Austritt sowohl Großbritannien als auch Europa viel zu verlieren haben.
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David Cameron hat sich endlich erklärt. Er will Reformen, sonst droht er mit dem Rückzug aus Europa. Und er will die Frage über den Verbleib in der EU bis 2017 in einem Referendum klären.

Cameron beschreitet einen gefährlichen Weg. Für Europa. Für Großbritannien. Und für ihn. Der Premier verbindet sein politisches Schicksal mit dem Versuch, das britische Verhältnis zur EU neu zu ordnen. Die anti-europäische Stimmung in Großbritannien steigt. Cameron will davon profitieren. Diese Taktik ist riskant. Der Premier will Großbritannien eigentlich in der EU halten - als Handelsraum. Aber Referenden zwingen zu einfachen Ja-Nein-Fragestellungen. Eine Niederlage für die EU-Befürworter wäre das Ende für Cameron.

Auch Großbritannien hätte bei einem Ausstieg viel zu verlieren. Wirtschaftlich und politisch. Cameron mag glauben, die Verflechtung in einer Freihandelszone zu retten. Doch würde sein Land seinen Einfluss auf Europa einbüßen.

Europa würde bei einem britischen Abschied ebenfalls viel riskieren. Manche fürchten gar eine Kettenreaktion. Europa muss sich um London bemühen, aber notfalls ohne Großbritannien fortschreiten.

Kontakt zum Autor: Peter Riesbeck

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