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Dritte Fußball-Liga: Fehler im System

Uhr | Aktualisiert 16.11.2012 23:23 Uhr

Christoph Karpe (FOTO: MZ)

Christoph Karpe sieht im Insolvenz-Fall Aachen ein bedenkliches Zeichen für die dritte Fußball-Liga.
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Zunächst ist das Aachener Finanzdesaster ein hausgemachtes. 4,5 Millionen Euro fehlen am Saisonetat. Zum einen, weil die Raten für das Tivoli-Stadion, das man sich im Überschwang des Erstliga-Daseins 2006 / 07 genehmigte, in der dritten Fußball-Liga mitnichten finanzierbar waren. Das Millionen-Grab vor Augen leistete sich der Klub andererseits einen Kader mit einem Marktwert von etwa 6,3 Millionen Euro. Der des Konkurrenten HFC liegt etwa bei 3,2 Millionen. Die Insolvenz war absehbar.

Zugleich hat das Kontroll-System versagt. Warum fiel die akute Schieflage den Lizenzprüfern des Deutschen Fußball-Bundes nicht auf? Hatte der Verein einen Traditionsbonus? Oder wurde in den Unterlagen, die der DFB einsah, getrickst. Angesichts von Millionen-Schulden, die auch Klubs wie Hansa Rostock und der Karlsruher SC vor sich her schieben, sind weitere Hiobsbotschaften zu befürchten.

Der Fall Aachen zeigt, wie sehr die Liga darbt. Die 36 Profiklubs darüber streichen ab nächster Saison über den TV-Vertrag der Deutschen Fußball Liga 630 Millionen Euro ein - 200 Millionen mehr. Dass der reiche DFB seinen TV-Obolus von 600 000 Euro pro Drittligist aufstockt, davon ist nichts bekannt.

Kontakt zum Autor:Christoph Karpe

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