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Amoklauf in Newtown: Irrational

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 23:50 Uhr

Steffen Hebestreit (FOTO: MZ)

Steffen Hebestreit setzt sich mit den Folgen des Amoklaufes von Newtown und der Debatte darüber auseinander.
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Das Entsetzen ist groß - nicht nur in Newton, Connecticut. Nicht nur in den USA, nein weltweit. Der Amoklauf ist unfassbar. Genauso unfassbar werden alle Versuche sein, die Hintergründe für diese Wahnsinnstat zu verstehen.

US-Präsident Barack Obama hat in seiner Reaktion auf das Massaker von Newtown erklärt, solche Vorfälle passierten einfach zu häufig, um zur Tagesordnung übergehen zu können. Recht hat er damit. Doch natürlich wird genau das passieren: Die Waffenlobby in den USA wird auch bei dem Täter Adam Lanza von einem bedauerlichen Einzelfall sprechen und jegliche Einschränkungen der laxen Waffenrechts-Gesetzgebung in den USA verhindern.

Die US-Amerikaner sind in diesem Punkt ähnlich irrational wie wir Deutschen beim Tempolimit. Denn freie Fahrt für freie Bürger begreifen wir als Teil der nationalen Identität ? und jeder schwere Autounfall ist ein bedauerlicher Einzelfall.

So traurig es ist, stehen die USA vor einer neuen Runde der Aufrüstung: Panzerglas an Schulen, bewaffnete Wachdienste und noch stärkere Sicherheitsvorkehrungen werden die Folge von Newtown sein, damit sich Kinder im Unterricht wieder sicher fühlen können.

Kontakt zum Autor:Steffen Hebestreit

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