Vorlesen

Porträt: Den Schalke-04-Rasen vor der Tür

Uhr | Aktualisiert 16.04.2010 21:45 Uhr
Drucken per Mail
Jochen Soyk ist Schalke-Fan

Jochen Soyk aus Schadeleben ist seit vielen Jahren ein großer Schalke-04-Fan. In einem Zimmer bewahrt er sämtliche Fan-Artikel auf. (FOTO: FRANK GEHRMANN)

Von
Jochen Soyk aus Schadeleben ist ein echter Schalke-04-Fan. In seinem Haus gibt es ein blau-weißes Zimmer mit allen Fan-Utensilien.
SCHADELEBEN/MZ. 

Jochen Soyks Lieblingsfarbe ist Blau. Und am liebsten sieht der Schadelebener sie in Verbindung mit Weiß. Und so hat er auch seine Stube eingerichtet. Blaues Sofa, weiße Wand, blau-weißer Sessel, weißer Teppich... Auch die Küche ist von diesen Farben geprägt: Tisch und Stühle, Kaffeetassen, Küchengeräte, Kaffeemaschine, Gardine zeigen sich in Blau- oder Weißtönen. "Ich bin eben ein echter Schalke-Fan. Und die Schalker Vereinsfarben sind nun mal die Farben Blau-Weiß", lächelt er.

Diese Schalke-04-Leidenschaft sei so richtig ausgebrochen, als er mit zwölf Jahren von seinem Bruder ein Schalke-Poster geschenkt bekommen hatte. "30 Ostmark hat das mal gekostet", verrät der 50-Jährige. Ganz klar, dass so etwas Wertvolles hinter Glas gehört und dann an die Wand. Erst in seinem Kinderzimmer - heute in seinem Schalke-04-Fan-Zimmer. Und da findet sich alles, was einem echten Fan das Herz höher schlagen lässt: Poster, Zeitschriften, Gläser, Schals, T-Shirts, Mützen, Kissen, Tischdecke, Fahnen, Zollstock, Pflaster, Papierfahnen, Klammerbeutel, Papier-Windmühlen, Bücher, Bälle, Wimpel und etliche Ausgaben vom Schalker Kreisel - der Schalker Fußballzeitung. Und sogar ein blau-weißer Nuckel vom Sohn hat dort in einer Vitrine seinen Platz gefunden. Eine weitere Rarität ist das Werbeplakat von einem Lichtmast vom Spiel Halle gegen Schalke vom 3. September 2005.

Ebenfalls in blau sind natürlich Sessel und Sofa gehalten. Kaum ein Platz an den Wänden ist noch frei. Unendlich viele Mannschaftsbilder und Spielerporträts sind dort zu sehen. "Ich kenne alle Spieler. Hier habe ich auch noch eine Originalzeitung von 1954. Damals waren wir doch Weltmeister", zeigt er stolz auf das Zeitungsexemplar. Natürlich versucht Jochen Soyk jedes Spiel seiner Lieblingsfußballmannschaft zu sehen und mitzu- fiebern. "Früher haben wir das immer in großer Runde gemacht", sagt er.

300 Spiele hat er auf Videokassetten aufgenommen. Chronologisch geordnet. "Ich finde jedes Spiel mit einem Griff", sagt er. Ein wichtiges fehle ihm aber. Das ist das Endspiel vom Europa-Cup 1997. Damals habe Schalke gegen Inter Mailand gespielt und durch einen Elfmeter gewonnen. Vielleicht könne er das ja mal gegen ein anderes Spiel eintauschen.

Dass Jochen Soyk ein echter Fußball-Fan ist, gibt er gern zu. Und so gibt es in seinem Haus in Schadeleben in einem Treppenaufgang über 100 Wimpel von Fußballmannschaften aus DDR-Zeiten. Ebenso hat er über 150 Fußball-Gläser von diesen Mannschaften gesammelt. "Viele haben wir von Schießbuden auf dem Rummel. Da gab es manchmal auch ein Schalke-Glas. Und das zu DDR-Zeiten. Wir haben so lange geschossen, bis wir es hatten", lacht er.

Er selbst habe übrigens auch Fußball gespielt. "Wir hatten doch nichts anderes auf dem Dorf. So sind wir Jungs immer raus zum Bolzen gegangen. Dann habe ich angefangen, 1973 in der Schadelebener Mannschaft Fußball zu spielen und bin dann 1974 nach Traktor Winningen gewechselt", sagt er. Dieses große Hobby hat er auch an seinen Sohn Jörg weitergegeben. Das hat der Schadelebener auf vielen Fotos an seinen Wänden dokumentiert. "Heute spielt Jörg allerdings Basketball. Da bin ich mächtig stolz drauf", sagt der Schadelebener.

Hoch und runter sei es mit Schalke gegangen. In den 80ern abwärts, in den 90er Jahren ging es wieder aufwärts. Aber immer sei er seiner Mannschaft treu geblieben. Sogar einige Spiele hat er besucht. "In der Nordkurve muss man sitzen. Das ist der beste Platz. Einmal war ich in der Schalke Arena. Da haben sie leider verloren. Aber das Stadion ist toll. Der Rasen lässt sich rausfahren und das Dach öffnen", weiß er. Von seinem besten Freund, der auch ein Schalke-Fan ist, habe er ein Stück Rasen aus dem Parkstadion geschenkt bekommen. Das hat er in der Rabatte eingesetzt. Der Rasen wird gehegt und gepflegt, gegossen und geschnitten. "Das war 2001 vom Spiel gegen Unterhaching. Vier Minuten waren sie damals Deutscher Meister", zeigt er auf die grüne Fläche und ergänzt: "Das Schönste wäre, wenn es jetzt mal wieder ein neues Meisterschaftsbild von Schalke 04 geben würde. Noch bestehen ja Chancen..."