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Pollen-Alarm: Was Allergiker tun sollten

Zu Weihnachten gab es keinen Schnee, dafür aber schon Pollenflug der Haselnuss.

Zu Weihnachten gab es keinen Schnee, dafür aber schon Pollenflug der Haselnuss.

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dpa

Halle (Saale) -

Schlechte Nachricht für Allergiker. „Wir sind schon mitten in der Pollenflugsaison“, sagt Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Im Dezember sei es mit der Haselnuss losgegangen, inzwischen gehöre auch Erle in vielen Teilen Deutschlands dazu. Aufgrund der wärmeren Witterung startet die Vegetation immer früher. „Dieser Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort“, sagt Lämmel.

Nach Angaben des DAAB leiden 16 Prozent der Bundesbürger an einer Pollenallergie, dem sogenannten Heuschnupfen. „In Sachsen-Anhalt sind es rund 360 000 Menschen, darunter mindestens 50 000 Kinder und Jugendliche“, sagt Thomas Nawrath, Landespressesprecher der Barmer GEK. Dabei tritt Heuschnupfen keineswegs erst in den Sommermonaten auf, wenn Gräser und Kräuter blühen. Bereits jetzt machen Hasel und Erle vielen Allergikern das Leben schwer. Pappel, Weide oder Esche werden bald folgen.

„Aus verschiedenen Studien und Statistiken ist bekannt, dass bereits zehn bis 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter Heuschnupfen leiden“, sagt Nawrath. Bis zu 60 Prozent der Pollenallergiker reagieren zudem allergisch auf bestimmte Lebensmittel (Kreuzallergie), beispielsweise Äpfel, Nüsse, verschiedene Kräuter oder Getreidemehle. Hier können Betroffene oft nur mit Verzicht gegensteuern. Zugleich können bis zu 40 Prozent der Menschen mit Heuschnupfen später allergisches Asthma bekommen, wenn sie nicht sorgfältig behandelt werden. „Doch das muss nicht sein“, sagt Nawrath. „Mit einer Immuntherapie, der sogenannten Hyposensibilisierung, können wir Tausende Asthma-Erkrankungen von vornherein verhindern.“ Deshalb rät nicht nur die Barmer GEK dazu, dass Pollenallergiker noch vor Beginn der Heuschnupfensaison mit der Immunisierung beginnen. „Einen Heuschnupfen sollte man wegen der drohenden Folgeerkrankungen sehr ernst nehmen, auch wenn die Symptome meistens nach einiger Zeit abklingen“, sagt Nawrath. Er empfiehlt, sich vom Arzt dazu genau beraten zu lassen.

Bundesweit leiden rund 13 Millionen Menschen unter Heuschnupfen, darunter eine Million Kinder und Jugendliche. Eine laufende Nase, juckende Augen und ein Gefühl der Mattigkeit sind typische Symptome. Am heftigsten reagieren Allergiker auf Pappel-, Birken- und Gräserpollen, die ab März/April vermehrt auftreten. „Wer sich jetzt noch vor Gräserpollen schützen möchte, sollte rasch eine vorsaisonale Immuntherapie starten“, rät Nawrath.

Bei der Hyposensibilisierung lernt die körpereigene Abwehr, auf Allergene weniger oder gar nicht zu reagieren, indem sie mit ihnen bewusst in Kontakt gebracht wird. „Die Immuntherapie dauert insgesamt drei Jahre, aber der Aufwand lohnt sich. Die Hyposensibilisierung ist vor allem erfolgreich, wenn sie bei ersten Anzeichen einer Pollenallergie beginnt“, sagt Nawrath. Bei der subkutanen Immuntherapie wird das Allergen mit steigender Dosis wöchentlich und später monatlich unter die Haut gespritzt.

Die Kurzzeit-Therapie beschränkt sich auf einige Spritzen vor der Pollenflugsaison, jedoch ebenfalls über drei Jahre. Bei einer anderen Variante der Immuntherapie bekommen Patienten die Allergene als Tropfen oder Tabletten. Die Immuntherapie ist laut Nawrath eine Kassenleistung, die häufig in Anspruch genommen wird. Von Januar bis Oktober 2015 haben sich allein mehr als 36 000 Versicherte der Barmer für diese Therapieform entschieden.

Aktuelle Informationen zum Pollenflug unter www.pollentrend.de oder www.dwd.de/pollenflug, Tipps für Allergiker online unter www.daab.de