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Digitale Mythen: Warum fallen wir immer wieder auf Gerüchte aus dem Internet rein?

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Oft glauben wir unbestätigte Behauptungen, weil wir dran glauben wollen, erklärt Buchautor Michael Scheele.

Foto:

Sebastian Kahnert/dpa

Männer in Lieferwagen entführen Katzen, ein Prominenter ist angeblich tot, Flüchtlinge essen Schwäne vom Dorfteich. Jeder Nutzer von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Messengern wie Whatsapp kennt diese Geschichten. Meistens sind sie allerdings frei erfunden oder stark verfälscht. Das Flüchtlingsthema mag neu sein – Netzmythen gibt es aber seit Jahren.

Gerüchte kursieren seit der Erfindung des Internets

Schon die Entstehung des Internets ist Gegenstand von Gerüchten. Immer wieder wird verbreitet, das US-Militär habe es erfunden. Richtig ist, dass der Vorläufer des Internets, das „Advanced Research Projects Agency Network“ (ARPANET), vom US-Verteidigungsministerium finanziert wurde. Der angebliche Vater des Internets, Tim Berners-Lee, schuf in Wirklichkeit die Technik, auf der das heutige World Wide Web mit seinen Webseiten fußt.

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Bevor wir in Sozialen Medien Inhalte teilen, sollten wir genau hinsehen und den Inhalt kritisch hinterfragen. 

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Boris Roessler/dpa 

Halbwahrheiten, Angstmache, Kettenbriefe

Neben solchen Halbwahrheiten geistern Kettenbriefe, falsche Sensationsmeldungen und Angstmache durch das Netz. „Das Grundthema ist immer gleich“, sagt Frank Ziehmann von der Technischen Universität Berlin. Er betreibt eine Webseite, auf der er Informationen zu digitalen Mythen und Falschmeldungen sammelt. Ziel der Verbreiter: möglichst viel Publikum.

Wir glauben Gerüchte, weil wir daran glauben wollen 

Drogen auf Visitenkarten oder Meldungen über Lkw oder Transporter, in denen Katzen, Hunde oder Kinder verschwinden, tauchen immer wieder auf. Ähnlich wie bei Falschmeldungen über Flüchtlinge werden Ängste bedient.

„Unbestätigte Behauptungen haben das Potential, in den Kommunikationskreislauf zu kommen, wenn sie latent vorhandene Befürchtungen bestätigen“, sagt der Rechtsanwalt und Buchautor Michael Scheele. „Das Gerücht wird als wahr registriert, weil man an das Gerücht glauben will.“

Einziges Ziel ist eine große Reichweite

Ein weiteres Mittel zur massenhaften Verbreitung solcher Hoax (Hoax: Englisch für Scherz, Schwindel) genannten Lügenbotschaften ist die Tränendrüse: Anrührende Geschichten von Krebskranken oder anderen Bedürftigen oder Warnungen vor schlimmen Computerviren machen die Runde, mit der dringenden Bitte zur Weiterleitung.

„Das ist das Indiz, wo die Alarmglocken schrillen sollten“, betont Ziehmann. Einmal an die Freunde weitergeschickt, leiten die es an ihre Freunde weiter. Schlimmstenfalls wird so eine digitale Lawine losgeklickt.

  1. Warum fallen wir immer wieder auf Gerüchte aus dem Internet rein?
  2. Warum der Herdentrieb oft Medienkompetenz ausschaltet
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