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Karriere-Studie: In welchem EU-Land sind die Job-Chancen am besten?

Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich im internationalen Vergleich mit Abstand am besten von der Krise erholt. Doch auch hierzulande gibt es Nachholbedarf, insbesondere beim Anteil an befristeten und Zeitarbeitsverträgen.

Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich im internationalen Vergleich mit Abstand am besten von der Krise erholt. Doch auch hierzulande gibt es Nachholbedarf, insbesondere beim Anteil an befristeten und Zeitarbeitsverträgen.

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dpa

In manchen Ländern ist es einfacher, einen Job zu bekommen als in anderen. Eine Studie von Glassdoor Economic Research vergleicht die Arbeitsmarktaussichten in Europa. Sie zeigt unter anderem, dass der deutsche Arbeitsmarkt bei den Beschäftigungsquoten Spitzenpositionen einnimmt. Anders sieht es hingegen beim Anteil von Zeitverträgen aus.

Die Studie „Where Is The Best Country in Europe To Get a Job?“ wurde von Glassdoor gemeinsam mit Llewellyn Consulting durchgeführt. Auf Basis von OECD- und Eurostat-Daten wurden die Arbeitsmärkte von sechzehn europäischen Staaten unter die Lupe genommen.

Das sind die wichtigsten Studien-Ergebnisse:

  1. Veränderung der Beschäftigungsquote seit der Krise: In keinem Land hat sich die Quote im Vergleich zum Vorkrisenniveau so positiv entwickelt wie in Deutschland. Nur in Österreich und der Schweiz ist ebenfalls eine Verbesserung der Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum zu beobachten (Ende 2007-2014).
  2. Arbeitslosenquote sowie Jugendarbeitslosigkeit: Auch hier steht Deutschland im Europavergleich sehr gut da.
  3. Die Quote unfreiwillig Teilzeitbeschäftigter – Deutschland liegt hier bei rund 4 Prozent und damit im OECD-Durchschnitt. Mit Ausnahme von Deutschland, Belgien und Schweden ist die Zahl der unfreiwillg in Teilzeiten arbeitenden Menschen in den EU-Staaten seit 2008 gestiegen.
  4. Der Anteil befristeter Zeitverträge insgesamt sowie bei jungen Menschen: Hier liegt Deutschland teils weit oberhalb des OECD-Durchschnitts. Spitzenreiter sind Estland und Großbritannien.

Insgesamt schneiden Estland, Norwegen und Großbritannien besonders gut ab, was die Jobaussichten betrifft. Das habe verschiedene Gründe, heißt es in der Studie: die Arbeitskräfte seien gut ausgebildet, die Arbeitsmarktpolitik schaffe gute Voraussetzungen und die Wirtschaft unterstütze ein schnelles Beschäftigungswachstum. Auch Österreich habe sich gut von der Finanzkrise erholt und weise wie die drei genannten Länder relativ niedrige Arbeitslosenzahlen auf.

Schlechte Job-Perspektiven werden Spanien, Griechenland und Portugal zugeschrieben: Die Arbeitsmärkte seien weniger dynamisch und die Wirtschaftsleistung schwach, in Spanien und Griechenland sind etwa 25 Prozent der potentiell Erwerbstätigen ohne Beschäftigung. Auch Frankreich schneide hinsichtlich der Arbeitsplatz-Entwicklung schlechter als England oder Deutschland ab, der Arbeitsmarkt sei dort strenger reguliert.

Untersucht wurden sechs Indikatoren für die Arbeitsmarktaussichten: die Veränderung der Beschäftigungsquote seit der Krise, die Arbeitslosenquote, die Jugendarbeitslosigkeit, die Quote unfreiwillig Teilzeitbeschäftigter und der Anteil befristeter Zeitverträge insgesamt sowie bei jungen Menschen. Außerdem wurden die Beschäftigungszahlen nach Wirtschaftssektor sowie die Entwicklung dieser Zahlen zwischen 2008 und 2014 in den einzelnen Ländern analysiert.

(Bearbeitung: gs)