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Volleyball: Trumpfkarte Rotationsprinzip

Die Volleyballer des MTV Wittenberg (hier im Angriff) konnten das Duell gegen die Männer des Berliner VV klar mit 3:1 Sätzen für sich entscheiden.

Die Volleyballer des MTV Wittenberg (hier im Angriff) konnten das Duell gegen die Männer des Berliner VV klar mit 3:1 Sätzen für sich entscheiden.

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Thomas Klitzsch

Wittenberg -

Ulf Jonas setzt auf das Rotationsprinzip. Mindestens drei Positionen sind vor jeder Begegnung vakant. Der Trainer des Volleyball-Regionalligisten hat aus der Talfahrt zu Beginn der Rückrunde mit drei Niederlagen in Folge gelernt und will mit dieser Maßnahme den Konkurrenzkampf innerhalb des Teams beleben. Selbst Spieler wie Raik Zischkale oder Sven Belitz haben keine Stammplatzgarantie mehr. „Mein Plan scheint aufzugehen“, meint der 47-Jährige, der am Sonntag zusammen mit seinen Schützlingen einen 3:1-Erfolg (25:22, 26:28, 30:28, 25:22) gegen Mitaufsteiger Berliner VV II feiert.

Chance auf Tabellenführung

Aufgrund der 0:3-Niederlage von Spitzenreiter und Meisterschaftsfavorit TSV Spandau gegen die SG Rotation Prenzlauer Berg bekommen die Wittenberger die Tabellenführung sprichwörtlich auf dem silbernen Tablett serviert. Zum großen Glück fehlt ein Sieg am Sonntag beim Tabellenletzten KSC „Asahi“ Spremberg. „Das hört sich eigentlich ganz locker an“, sagt MTV-Trainer Jonas und erinnert im gleichen Atemzug, dass sich die Volleyballer aus dem Kampfsportclub im Abstiegskampf befinden. Seine Mannschaft fährt zwar mit dem Ziel in den Landkreis Spree-Neiße, als Sieger vom Parkett zu gehen, doch ein Spaziergang wird es auf keinen Fall.

Den 3:1-Heimsieg gegen Mitaufsteiger Berliner VV II haben sich die Lutherstädter am Sonntag in der Stadthalle schwer erarbeitet. „Andererseits“, so Jonas, „zeigen mir solche Tage, dass der Teamgeist stimmt. Selbst die Leute auf der Auswechselbank haben sehr viel Stimmung gemacht.“ Im ersten Satz läuft für den MTV zunächst alles nach Plan. Beim Stand von 24:17 ist es nur eine Frage von Sekunden, bis die 1:0-Führung perfekt ist. Doch der MTV vergibt mehrere Satzbälle und muss sich am Ende mächtig strecken, bis der erste Durchgang Geschichte ist.

Nach dem Wechsel spielt die Drittliga-Reserve aus der Bundeshauptstadt auf Augenhöhe mit (8:6, 13:13). Keiner Mannschaft gelingt es, sich entscheidend abzusetzen. Beim Stand von 25:24 haben die Wittenberger die Chance auf eine 2:0-Satzführung. Nach dem Zuspiel von Tim Becker knallt Ralf Roßberg den Ball auf das Parkett in der gegnerischen Hälfte. Die Volleyballer des MTV strecken die Arme in die Luft - doch zu früh gefreut! Die Unparteiischen werten den Pass von Becker als technischen Fehler und geben den Berlinern den Punkt. „Danach sind wir völlig aus dem Rhythmus gekommen“, blickt Jonas zurück und bezeichnet die Leistung des Schiedsrichterkollektivs im Nachgang als „sehr, sehr durchschnittlich“.

Deutliche Pausenansprache

In der Pause schwört der Coach seine Schützlinge darauf ein, sich von diesem Negativerlebnis nicht aus der Fassung bringen zu lassen. Die Worte fallen auf fruchtbaren Boden. Der MTV erwischt einen Traumstart (5:0, 10:6) und ist bis in die Schlussphase hinein auf Siegkurs. „Dann machen wir uns das Leben mit vielen Fehlern selbst schwer“, so Jonas, der froh ist, dass sein Team „das Ding 30:28 nach Hause schaukelt“. Diesen Schwung nimmt der Tabellenzweite mit in den vierten Satz (7:0). „Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass die Gegenwehr bei den Berlinern gebrochen ist“, so Jonas, der offensichtlich die Rechnung ohne den Wirt macht. Der Mitaufsteiger kommt zurück ins Spiel (13:10, 21:17) und probiert mit vielen Wechseleien, den Rhythmus des MTV zu stören. Doch unter dem Beifall der Fans zieht der Tabellenzweite sein Ding durch und beweist, dass der schlechte Start in die Rückrunde endgültig Schnee von gestern ist. (mz)


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