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Gesundheitsaktion: Zur Strafe Liegestütze

Alle „Wiederholungstäter“ haben am Sonntag bereits einen Trainingslauf durch die Innenstadt über 6,3 Kilometer absolviert. Die Neueinsteiger spurteten im Arthur-Lambert-Stadion über die Tartanbahn.

Alle „Wiederholungstäter“ haben am Sonntag bereits einen Trainingslauf durch die Innenstadt über 6,3 Kilometer absolviert. Die Neueinsteiger spurteten im Arthur-Lambert-Stadion über die Tartanbahn.

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Thomas Tominski

Wittenberg -

Wer nicht hören kann muss fühlen. „Schleifer“ Uwe Fabian hat es beim ersten Training der gemeinsamen Gesundheitsaktion von Kreissportbund und Mitteldeutscher Zeitung angedroht - und am Sonntag Nägel mit Köpfen gemacht. Wer kein Namensschild an der Laufjacke hat, macht Liegestütze. Männer zehn, Frauen fünf. Der Coach schaut in die Runde: Mogeln zwecklos! Michael Raue kommt mit einem blauen Auge davon. Der 35-jährige Bauarbeiter hat von der Aktion in der MZ gelesen und sich spontan zum Mitmachen entschlossen. Raue ist kein Laufanfänger. Das sieht selbst ein Laie auf den ersten Blick. Die Ausrüstung passt, sogar eine GPS-Uhr sitzt am Handgelenk. Der Wittenberger ist bereits dreimal Marathon gelaufen, seine Bestzeit von 3:44 Stunden kann sich sehen lassen. „Zusammen Sport treiben macht mehr Spaß“, verrät Raue einen Grund, warum er nachgemeldet hat. „Und ich will neue Leute kennenlernen“, sagt er und erzählt, dass er als „Marathoni“ beim Wittenberger Nachtlauf selbstverständlich die 10,5 Kilometer laufen wird. „Unter 50 Minuten ist drin“, gibt er gleich sein Ziel vor. Lena Dannenberg geht die Herausforderung mit ihrer Mutter Carola an.

Wer sein Namensschild vergessen hat, muss Liegestütze machen.

Wer sein Namensschild vergessen hat, muss Liegestütze machen.

„Bisher bin ich ganz gut durchgekommen“, meint die zwölfjährige Schülerin des Wittenberger Luther-Melanchthon-Gymnasiums, die es klasse findet, dass ihre Mutter als moralische Unterstützung mit vor Ort ist. „Wir motivieren und gegenseitig“, sagt Carola Dannenberg und fügt an, dass sie fast von Null auf Hundert durchstartet. „Bisher habe ich nur ein bisschen Nordic Walking gemacht“, meint sie und reicht das Wort an ihre Tochter weiter. „Aktuell sind wir noch nicht optimistisch, dass wir am 7. Mai die 6,3 Kilometer schaffen“, ergänzt diese. Die drei Trainer müssen ihren 118 Schützlingen nicht viel erklären. Alle Neueinsteiger befolgen die Worte des „Schleifers“, die Wiederholungstäter erhalten Anweisungen von Karl-Heinz Kotzur, der für das dritte Training den ersten Härtetest angekündigt hat. „Heute geht es drei Runden durch die Innenstadt. Wir peilen für die 6,3 Kilometer 42 Minuten an. Treffpunkt ist am Markt“, ruft der 67-Jährige und schickt seine „Azubis“ aus dem Arthur-Lambert-Stadion. Nach der ersten von drei Runden hat sich das etwa 50-köpfige Teilnehmerfeld auseinander gezogen. Michael Raue spurtet locker vornweg, bei anderen läuft es nach der Winterpause weniger rund.

Nach dem imaginären Zieldurchlauf ist Kotzur stolz, dass 90 Prozent seiner Sportler die Zeitvorgabe geknackt haben. „Die ersten sind unter 30 Minuten geblieben, ich bin im Mittelfeld angekommen“, sagt der Coach, der beim ersten Härtest „nur ein paar Ausfälle“ zu beklagen hat. „Die sind unterwegs abgebogen und zum Stadion gelaufen“, so Kotzur und betont, dass alle Athleten mit Eifer bei der Sache sind.

Im Stadion wird ebenfalls langsam zum Sammeln geblasen. Die Laufanfänger dehnen ihre Muskulatur und verschwinden danach unter die Dusche. Jeder verarbeitet die Anstrengungen auf seine Weise. Manche werten jede Minute aus, anderen ist die Puste ausgegangen. Aufgeben will keiner. Denn das Ziel heißt 7. Mai.

Am Mittwoch um 16.30 Uhr geht es mit der vierten Trainingseinheit im Arthur-Lambert-Stadion weiter. Alle Neueinsteiger laufen dreimal neun Minuten auf der Tartanbahn. Die Gehpausen zwischen den einzelnen Belastungseinheiten betragen je zwei Minuten. Für die Wiederholungstäter, die am 7. Mai die 10,5 Kilometer laufen wollen, geht es über 45 Minuten ohne Pause. Diese Gruppe verlässt nach einer kurzen Einweisung das Stadion. (mz)