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Regionalliga Tischtennis: Hettstedter schieben Frust

Tischtennis

Jonathan Nunez (links) und Alexander Lushin in Aktion.

Foto:

Jürgen Lukaschek

Hettstedt -

Jetzt sind die Männer des MSV Hettstedt doch da gelandet, wo sich nicht hin wollten: Auf Rang acht der Regionalliga Tischtennis und damit dem Relegationsplatz. Zweimal mit 5:9 verlor das Team um Robert Roß am Wochenende. Hinzu kommt: Schlotheim punktete doppelt und Hettstedts Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang (Schlotheim) beträgt nur noch ein winziges Pünktchen.

Oberschiedsrichter greift ein

Dabei begann das Heimspiel vor toller Kulisse am Sonnabend gegen Schwabhausen gut. Seit langem mal wieder führten die Hettstedter nach den Doppeln 2:1. Andrei Putuntica, welchem die Woche bei den Frankreich Open sichtlich gut tat, spielte stark gegen Becker und siegte klar mit 3:0. Beckers Proteste über die Korrektheit der Aufschläge von Putuntica endeten im Aufgabengebiet des Oberschiedsrichters, welcher eher die Aufschläge Beckers bemängelte. Allerdings endete dieser positive Start. Denn in Reihe verloren Lushin, Roß, Nunez und Pazdyka. Auch Sirokijs konnte den Ersatzmann und Materialspieler Schmidt nicht bezwingen, was wohl für den Ausgang der Partie schon vorentscheidend war.

Die zweite Einzelrunde begann mit einem überaus deutlichen Sieg von Putuntica über Covaciu. Dem Spitzenspieler der Gäste gelang es nicht, sein ausschließlich auf Provokation ausgerichtetes Auftreten in Vorteile umzusetzen. Selten ist das den Spielern des MSV so deutlich aufgefallen. Auch das Publikum nahm dieses zur Kenntnis und war fortan im Hexenkesselmodus. Die beiden nächsten Spiele waren echte Krimis. Robert Roß musste dem heißblütigen Pache eigentlich schon im fünften Satz gratulieren. Beim Stand von 10:5 waren sich alle sicher, jetzt wird es ein lautes Jubeln der Gäste geben. Dies wollten sie auch per Handy festhalten. Nun ja, Roß bekam dies mit. Machte zunächst Scherze mit dem Handybesitzer und war fortan locker. Mit jedem Punkt den Roß aufholte wurde Pache unruhiger, fester im Arm und Kopf. Das Handy verschwand, als sich abzeichnete, die Partie würde kippen. Und sie kippte. Roß verwandelte seinen dritten Matchball zum 14:12. Jetzt war das Publikum am Ausflippen. Hier, und das muss man den Gästen zugute halten, blieben sie cool. Lushin musste Becker gratulieren. Auch die jungen Schwalm und Kupfer überzeugten gegen Nunez und Sirokijs. Das war es gegen die Hettstedter. Wieder mal war der MSV nah dran an dem Punkt, holte ihn aber nicht.

Nach kurzer Nacht und langer Anfahrt nach Würzburg, wo die Versbacher ihre Heimat haben, starteten die Männer vom MSV fast perfekt. Gleiche Doppelausbeute wie am Vortag und das obere Paarkreuz legte in jeweils fünf starken Sätzen nach. Vor allem der Sieg von Lushin über Ball war beeindruckend. Als auch noch Nunez überraschend gegen Geist nachlegte führte der MSV Hettstedt 5:1. Die Niederlage von Roß gegen den ehemaligen Deutschen Jugendmeister Rösner war da noch zu verkraften.

Die verflixten fünften Sätze

Doch in Folge verlor der MSV fast alle Spiele im fünften Satz. Pazdyka wurde vom starken Weinhold überrollt. Putuntica konnte einen Fehlstart ausgleichen, musste dann aber einem taktisch perfekt spielenden Ball gratulieren. Aleksandr Lushin hatte mit dem Touch und der Vorspannung von Thomas Theissmann letztlich einen Tick zu wenig Schnitt im Spiel. Robert Roß lieferte sich mit Daniel Geist ein auf und ab. Beim Stand von 5:4 im Entscheidungssatz hatte dann der Bayer deutlich mehr Fortune. Jonathan Nunez war dem starken Rösner unterlegen. Als auch noch Victors Sirokijs einen 2:0 Satzvorsprung aus der Hand gab, war aus dem 5:1 ein bitteres 5:9 geworden.

Nächster Gegner ist der TBASV Regenstauf aus Bayern, derzeit Fünfter (Sonntag, 11 Uhr). „Da haben wir noch eine gute Chance, schließlich haben wir dort unentschieden gespielt. Jetzt, und da bin ich ehrlich, herrscht allerdings ziemliche Leere bei uns. So zu verlieren, ist äußerst dramatisch und tragisch. Ich hätte unseren Fans einen Punkt echt gegönnt, denn diese haben ihn auch verdient“ sagte Robert Roß am Montag danach. (mz)