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Leichtathletiktraining in Lüttchendorf: Das Vorbild immer vor Augen

Robert Schade mit einem (kleinen) Teil seiner bisher gewonnenen Medaillen.

Robert Schade mit einem (kleinen) Teil seiner bisher gewonnenen Medaillen.

Foto:

detlef liedmann

Lüttchendorf -

Einen Packen Medaillen hat sich Robert Schade um den Hals gehängt, einen anderen Teil hält er in der Hand. Ein Stück weg steht noch ein Karton, bis zum Rand gefüllt mit Plaketten.

Das seien die nicht ganz so wichtigen, lässt Roberts Vater Hagen Schade wissen. Doch welche ist die wichtigste? Die allererste einer Sportlerlaufbahn, oder jene, die erst jüngst gewonnen wurde? „Eine schwierige Frage“, sagt der zwölfjährige Robert. An die jüngst gewonnene und den damit verbundenen Wettkampf erinnert er sich freilich noch am meisten. Kein Wunder, liegt die Landesmeisterschaft der Mehrkämpfer doch gerade einmal gut drei Wochen zurück.

Fünf Landestitel im Mehrkampf in Folge

Was ihm und Vater Hagen noch lange im Gedächtnis bleiben wird: „Ich habe mich im Kugelstoßen um knapp zwei Meter gegenüber dem Vorjahr verbessert“, sagt der junge Leichtathlet und ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Denn die Konkurrenten frohlockten schon. Doch die Steigerung und sein starker Auftritt über die abschließenden 800 Meter brachten dem Lüttchendorfer schließlich noch den Hallenlandesmeistertitel im Fünfkampf. Mithin war es sein fünfter Landestitel im Mehrkampf in Folge. „Robert ist als Mehrkämpfer seit mehr als drei Jahren unbesiegt“, erzählt Hagen Schade stolz.

Dabei war diese Entwicklung gar nicht abzusehen, als der Filius mit Sport treiben begann. „Ich habe ja erst Fußball gespielt hier bei der Eintracht und, als es die Mannschaft nicht mehr gab, auch noch in Amsdorf mit der Spielgemeinschaft“, erzählt Robert Schade. Seine erste Urkunde als Leichtathlet brachte er aus der Grundschule Erdeborn mit. Als Sieger im Weitsprung mit 2,36 Meter. Das war am 23. September 2010 wenige Wochen nach der Einschulung. Mittlerweile besucht der Zwölfjährige eine sechste Klasse des Sportgymnasiums, startet für den SV Halle.

Das Vorbild im Verein

Vorher hat der Lüttchendorfer beim SV 1885 Teutschenthal trainiert. Warum, erklärt Vater Hagen, der aus Aschersleben stammt und selbst mal Leichtathlet war: „Ich arbeite in Schkopau und da liegt Teutschenthal fahrtechnisch günstig.“ Seit Mai 2011 ist Robert Schade Leichtathlet mit Leib und Seele.

Und Trainerin Henny Gastel traut ihm durchaus zu, demnächst auch bei Deutschen Meisterschaften als Mehrkämpfer für Furore zu sorgen. Noch muss er sich aber etwas gedulden, denn in seiner aktuellen Altersklasse ist bei Landesmeisterschaften Schluss. Das Vorbild jedenfalls hat er im Verein: Rico Freimuth, 2015 in Peking WM-Dritter im Zehnkampf. „Ich sehe ihn fast jeden Tag beim Training“, sagt Robert Schade, der wöchentlich sechs Einheiten absolviert. Eine enorme Umstellung gegenüber dem Training zweimal pro Woche beim SV Teutschenthal, „wo ich bei Frau Heinrich und Frau Christoph viel gelernt habe.“ Was die beiden ausmacht. „Sie kümmern sich mit Hingabe um die Kinder“, so Vater Hagen Schade. Sohn Robert spielt nach wie vor gern Fußball, aber nicht mehr wettkampfmäßig, fährt Rad und ist ein guter Crossläufer.

Eines seiner Lieblingsfächer ist Geografie. „Das interessiert mich, wie es in der Welt aussieht“, sagt er. Viel gesehen hat er davon noch nicht. Doch in Kürze darf er Schwester Nadja auf ihrer Jugendweihereise nach London begleiten. (mz)