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Gewalt im Fußball: Jagdszenen bei Massenschlägerei in Braunröde

Bräunrode -

93 Minuten waren am Sonnabend im Spitzenspiel der Fußball-Kreisoberliga Mansfeld-Südharz zwischen dem SV Bräunrode und Olympia Berga um die Herbstmeisterschaft absolviert, da eskalierte die Partie. Schiedsrichter Domenic Stamm aus Eisleben brach die Begegnung kurz vor ihrem regulären Ende ab, weil sich plötzlich über 50 Spieler, Offizielle und Fans beider Vereine eine Massenschlägerei lieferten. Auf dem Rasen spielten sich regelrechte Jagdszenen ab, nachdem wenige Minuten zuvor der 3:3-Ausgleich für die Bergaer gefallen war.

Der Reihe nach: 90 Minuten lang lieferten sich der Tabellenführer aus Bräunrode und die Verfolger aus Berga vor 125 zahlenden Zuschauern ein spannendes Duell. Dabei wähnten sich zwischenzeitlich - mal die Gäste, dann wieder die Gastgeber - auf der Siegerstraße und damit im Besitz des inoffiziellen Herbstmeistertitels in der höchsten Spielklasse des Kreises.

Heiß umkämpft

Das Spiel war von Anfang an heiß umkämpft, hitzig, aber dabei nicht übermäßig unfair. Der junge Unparteiische zückte dennoch insgesamt zehn gelbe Karten, gleichmäßig auf beide Mannschaften verteilt. Als eigentlich schon alle mit dem Abpfiff der Partie rechneten, wurde aus den verbalen Auseinandersetzungen, die sich Spieler, Offizielle und Zuschauer schon die ganze Partie über lieferten, plötzlich eine handfeste Schlägerei.

Über die Ursache dafür gibt es unterschiedliche Ansichten. Wer eigentlich angefangen hat, darüber hüllen sich beide Seiten in Schweigen: Jeder gibt dem anderen die Schuld an den Vorfällen.

Es fing damit an, dass es vor der Auswechselbank der Bergaer zu einem Gerangel kam. „Dann bildete sich ein Knäuel, zunächst gingen zwei Spieler aufeinander los, dann wurden es immer mehr. Am Ende prügelten sich 40 bis 50 Leute. Bis in den Wald haben die sich gejagt und sich gekloppt“, so ein neutraler Beobachter, der seinen Namen aber nicht nennen möchte. „Es war unter aller Sau“, fügt er hinzu.

Rudelbildung mit 40 bis 50 Leuten

„Wir haben in der Nachspielzeit den Ausgleich gekriegt. Dann wurde ein Spieler von uns von einem Bergaer angespuckt. So begannen die Auseinandersetzungen. Sie sind eindeutig von Seiten der Gäste ausgegangen“, sagt Kevin Kühne vom SV Bräunrode. Er spricht ebenfalls von einer Rudelbildung mit 40 bis 50 Leuten. „Es war Wahnsinn, was da abging“, so Kühne weiter. Und nimmt den Schiedsrichter in Schutz. „Der Spielabbruch war meiner Meinung nach vollkommen berechtigt“, sagt er.

Nach einer Viertelstunde, in der es heiß her ging und in der die Nerven fast aller Beteiligten blank lagen, beruhigte sich das Ganze. „So hätte das Spiel nicht enden müssen“, glaubt Bergas Trainer Ulli Moraweck. Auch er spricht von Jagdszenen und einer Massenschlägerei in einem Ausmaß, das er in seiner Laufbahn noch nicht erlebt hat. „So darf ein Spiel nicht ausarten“, so Moraweck.

Laufendes Verfahren

Wie es hieß, hätten eine Viertelstunde nach den üblen Vorkommnissen Verantwortliche beider Vereine zusammen gestanden und über das unrühmliche Ende der Partie diskutiert. Bergas Fußball-Chef Jörg Lippert schweigt dazu: „Das ist ein laufendes Verfahren, dazu möchte ich nichts sagen.“

Die Partie wird auf jeden Fall noch ein Nachspiel haben. „Wir überlegen und prüfen, ob wir am Montag noch zivilrechtliche Schritte gegen die Bergaer einlegen“, sagte Kühne. Nach seinen Angaben hat es keine Verletzten gegeben. Anzeigen lagen bei der Polizei jedenfalls bis Sonntag nicht vor.

Vor Gericht landet das Spiel aber auf jeden Fall. „Mit den Vorfällen in Bräunrode wird sich das Sportgericht des Kreisfachverbandes Fußball beschäftigten“, so Eckhardt Hundt, Staffelleiter der Kreisoberliga , auf Anfrage der MZ. „Wir müssen jetzt erst einmal den Bericht des Schiedsrichters abwarten“, sagte er. Den konnte die MZ am Sonntag nicht erreichen. (mz)