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Fußball: Der Finaltraum ist geplatzt

SANGERHAUSEN/MZ -

Der Opa am Spielfeldrand staunte nicht schlecht. „Da geht es fast so zu wie bei den Männern.“ Der rüstige Senior war wie weitere 75 Zuschauer Augenzeuge der Halbfinal-Partie im Landespokal Sachsen-Anhalts zwischen den Frauen-Mannschaften vom SV Allstedt und des HFC. Sie sahen bei frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein einen 4:1-Erfolg des favorisierten Verbandsligisten aus der Saalestadt über das Landesliga-Team des SV Allstedt.

Während Madlen Nöller (früher VfB Sangerhausen) beim HFC mitmischte, blieb für die verletzten Leistungsträgerinnen Annika Steckbauer (früher KSG) und Patricia Steinbrück nur die Zuschauerrolle. Bei den Allstedterinnen fehlte Stamm-Torhüterin Janina Stolberg (Zahn-OP).

Von Anfang an versuchte der Gast in Wolferstedt für klare Verhältnisse zu sorgen. Klare Spielzüge blieben die Ausnahme, immer wieder rannte sich der Verbandsligist in der aufopferungsvoll kämpfenden Abwehr des SV Allstedt fest. Nach einer knappen halben Stunde war es dann aber doch so weit, der Abwehrblock des Gastgebers war überwunden. Nachdem die Allstedterinnen vergeblich auf Abseits spekulierten, war Anne Schirmer erfolgreich. Die beste Chance der Allstedterinnen in der ersten Halbzeit hatte Sabrina Kawan, ihr Schuss strich aber knapp am HFC-Tor vorbei.

Nach dem Seitenwechsel machte der HFC mehr Dampf, die Folge war der zweite Treffer, wieder von Anne Schirmer erzielt.

Allstedt bewies aber Moral und kam noch einmal zurück. Nach einem Foul an Carolin Ertmer zeigte Schiedsrichter Kay Schröter auf den Elfmeterpunkt, Kerstin Werner verwandelte sicher und sorgte so nach 68 Minuten dafür, dass die Gastgeberinnen noch einmal neue Hoffnung schöpfen konnten. Die hatte aber nur sieben Minuten Bestand. Ganze zwei Minuten nach ihrer Einwechslung erhöhte Carolin Kieper auf 3:1 für den Regionalligisten und sorgte damit für die Vorentscheidung.

Den letzten Treffer zum 4:1-Endstand für den HFC schoss dann noch einmal eine Allstedterin. Christina Anger unterlief sieben Minute vor Ultimo ein unglückliches Eigentor.

Trotz der Niederlage hatten sich die Allstedterinnen am Ende nichts vorzuwerfen. Sie hatten ihr Bestes versucht, doch der Regionalligist war diesmal (noch) zu stark.

Entsprechend fiel das Fazit von Allstedts Torschützin Kerstin Werner aus. „Wir haben als Team gekämpft und über einen langen Zeitraum die Klassendifferenz gut überspielen können. Eine stolz getragene Niederlage ist auch ein Sieg.“ Sie hofft nun, dass die Leistung der Mannschaft weiter Auftrieb gibt.

Während für die Allstedterinnen das Kapitel Landespokal damit zumindest in diesem Jahr Geschichte ist, können Madlen Nöller, Annika Steckbauer, Patricia Steinbrück und ihre Mitspielerinnen hoffen, auch in diesem Jahr die Siegertrophäe in die Höhe zu recken.