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Mitteldeutsche Zeitung | BSW Sixers im Landespokal: Vierter Triumph?
18. February 2016
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BSW Sixers im Landespokal: Vierter Triumph?

Spieler

Den Landespokalsieg 2010 feierten die BSW Sixers in eigener Halle mit einem Sieg gegen Febro Magdeburg.

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Archiv/Kehrer

Sandersdorf -

Die Aschersleben Tigers und den BBC Magdeburg haben die BSW Sixers in dieser Saison bereits aus dem Wettbewerb um den Landespokal geworfen. Wenn am Sonnabend (ab 11 Uhr) in der Sporthalle Robert-Koch-Straße in Halle erstmals in einem Final-Four um den Titelträger 2016 gespielt wird, sind die Sixers als Erstregionalligist der Favorit. Dreimal konnte der Verein in den vergangenen acht Jahren die Trophäe mit nach Sandersdorf nehmen. Die Mitteldeutsche Zeitung wirft mit Spielern, die bei diesen Erfolgen dabei waren, noch einmal einen Blick zurück.

Marcus Brambora, Landespokalsieger mit den Sixers 2008+2010

Bereits vor seiner Zeit bei den Sixers hatte der Aufbauspieler den Landespokal mit den Aschersleben Tigers und dem SV Halle gewonnen. An den ersten Erfolg mit den Sixers erinnert er sich noch gerne zurück. „Da haben wir in der Burgstraße gewonnen“, sagt Brambora. Für ihn als Hallenser war ein Sieg in dem halleschen Basketball-Tempel etwas ganz Besonderes. Im Nachwuchs des SV Halle hatte er dort unzählige Male trainiert und gespielt. Nun führte er das Team im Finale gegen den Halleschen SC zum ersten Landespokalsieg in der Geschichte des erst 2006 gegründeten Vereins. Und der erhielt damit die Möglichkeit, analog zum Fußball, als Landespokalsieger in einem weiterführenden Wettbewerb anzutreten und dort auf ein höherklassigeres Team zu treffen. „Das war damals noch ein großer Anreiz“, sagt Marcus Brambora, „in den letzten Jahren war damit aber leider Schluss.“ Der deutsche Basketballbund änderte den Pokalmodus, in dem seit mehreren Jahren nur noch die Erstligisten spielen. Doch auch bei seinem zweiten Pokalsieg mit den Sixers im Jahr 2010 sollte das die Freude nicht trüben. „Feiern konnten wir aber nicht nur nach Pokalsiegen ganz gut“, so der Aufbauspieler, der seit einigen Jahren als Nachwuchstrainer bei den Sixers tätig ist.

Beim BBC Halle besitzt Brambora sogar noch einen gültigen Spielerpass. Und genau dieser Verein wird einer der Teilnehmer beim Final- Four am Sonnabend sein. Zum ersten Mal ermittelt der Basketball-Verband Sachsen-Anhalt den Sieger in diesem Modus aus zwei Halbfinals sowie dem Endspiel an einem Tag. „Theoretisch kann ich das Turnier mit dem BBC spielen“, so Brambora, „aber das werde ich wahrscheinlich zeitlich nicht schaffen.“ Zudem ist da ja auch noch die Belastung. Selbst wenn der BBC Halle das erste Spiel gegen den Zweitregionalligisten USV Halle gewinnen würde, wäre im Anschluss noch ein Sieg im Finale für den erneuten Landespokalsieg vonnöten. „Überraschungen gibt es im Basketball eh immer nicht so viele“, so Brambora. Es scheint recht wahrscheinlich zu sein, dass die Sixers diesmal den Pokal ohne Marcus Brambora in die Höhe halten werden.

Jan Ramm, Landespokalsieger mit den Sixers 2010+2011

Auch wenn es schon ungefähr fünf Jahre her ist, so kann sich Jan Ramm noch genau erinnern: „Noch sehr lebhafte Erinnerungen habe ich an den letzten Pokalsieg im Jahr 2011, als wir die Ascherslebener im Tigerkäfig geschlagen haben“, sagt der ehemalige Flügelspieler, „dabei wurden wir mal wieder von den besten Fans des Landes angetrieben.“ Am Ende sollte der Sieg 2011 nicht in Gefahr geraten und mit dem obligatorischen „Humpa“ im Mittelkreis gefeiert werden. Auch Jan Ramm könnte von vielen Feiern bei den Sixers erzählen. Auch davon, dass er 2010 gleich zwei verschiedene Trophäen in den Händen hielt. „Unserem Vorstand erschien der Pokal nicht angemessen. Da wurde kurzerhand ein größerer aus dem Hut gezaubert“, erzählt er. Bei der Saisonfeier durfte neben dem neuen Pokal ein gewisses Getränk nicht fehlen. „Pfefferminzlikör ist berüchtigt in der Kabine, den gab es auch schon mal aus dem Landespokal“, verrät Jan Ramm.

Gerade für ihn, der später auch noch in der 2. Bundesliga Pro B das Trikot der Sixers tragen sollte, aber dort nicht mehr ganz so viel Spielzeit wie noch zuvor erhielt, waren Spiele im Landespokal immer auch eine Abwechslung. „Pokalspiele gegen unterklassigere Teams waren eine gute Chance, um das im Training Gelernte umzusetzen sowie allen Spielern Einsatzzeit zu ermöglichen“, so Ramm.

Als Pflicht hat er diese Spiele aber nie betrachtet, der Gewinn des Pokals war immer das Ziel für die Sixers. „Es war oftmals auch eine kleine Herausforderung, da wir meist als Favoriten in die Spiele gegen Teams aus Regional-, Ober- oder Landesliga gegangen sind. Da bedurfte es einer extra Portion Konzentration und Disziplin, nicht nachlässig zu agieren“, so der ehemalige Sixers-Spieler. Als dieser wird er beim Final-Four nicht dabei sein, findet die Idee aber toll: „Die Fans aus ganz Sachsen-Anhalt können einen ganzen Tag im Zeichen des Basketballs genießen.“ (mz)