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Zehnte Boxgala Bitterfeld: Seidewitz zum besten Boxer erklärt

Janik Seidewitz (l.)

Janik Seidewitz (l.) wurde für seinen Kampf zum besten Boxer in Bitterfeld gewählt.

Foto:

Hartmut Bösener

Bitterfeld -

Ein paar Minuten zum Durchatmen brauchte Janik Seidewitz nach seinem Kampf. Hatte der Boxer der SG Chemie Bitterfeld die Luft schnell wieder gefunden, so wirkte der 15-Jährige auch noch eine Viertelstunde später elektrisiert. „Ich bin noch völlig unter Adrenalin“, sagte Seidewitz und ließ seinen Auftritt bei der Bitterfelder Boxgala noch einmal Revue passieren. In seinem Duell mit dem Berliner Kaan Tackmann hatte er sich über drei Runden einen packenden Schlagabtausch geliefert und unter großem Jubel der 300 Zuschauer den Ring als Punktsieger verlassen.

Etwas Irritation herrschte jedoch vor dem Kampf. Während Tackmann bereits den Ring betreten hatte, saß Seidewitz noch in der Kabine. „Ich wusste nicht, dass ich schon dran bin“, sagte der 15-Jährige, der dadurch etwas verspätet zu seinem Heimkampf antrat. Es sollte die einzige kleine Panne der Bitterfelder Boxgala bleiben, die bei ihrer zehnten Auflage fast 30 Kämpfe in verschiedenen Alters- und Gewichstklassen zu bieten hatte.

Alle Hände voll zu tun

Aus Bautzen, Blankenburg, Berlin oder Nordhausen waren zahlreiche Vereine angereist. Dass dabei nicht jeder Boxer zum Einsatz kam, ist nicht ungewöhnlich. Geplante Gegner reisen nicht an, ein Ersatz lässt sich dann nicht so schnell finden. So mussten beispielsweise die Boxer aus Köthen oder Aschersleben zuschauen, wie andere Kämpfer in den Ring steigen durften. „Das gehört leider dazu“, sagte Wettkampfleiter Harald Schuchardt.

Der hatte in der Vielzahl seiner Funktionen - Schuchardt ist auch Präsident und Trainer der SG Chemie Bitterfeld - alle Hände voll zu tun. Man musste schon großes Glück haben, wenn man seine Frage loswerden konnte. Besonders groß war natürlich sein Interesse am Abschneiden der eigenen Boxer. Allein zehn Kämpfe mit Bitterfelder Beteiligung gingen über den Nachmittag und frühen Abend verteilt über die Bühne. Sieben Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen sprangen dabei heraus.

Eine dieser Niederlagen musste Jason Kleinschmidt einstecken. „Er kann mehr als er gezeigt hat“, sagte Harald Schuchardt, „aber vor einem dreiviertel Jahr hätte er den Kampf aufgegeben.“ Vor eigenem Publikum kam das für den 16-Jährigen aber nicht in Frage: „Die Zuschauer waren die größte Motivation.“ Denn anders als bei Auswärts-Wettkämpfen saßen diesmal zahlreiche Freunde und Familienangehörige im Publikum. „Das ist schon etwas anderes“, erzählte Janik Seidewitz, „da ist man ganz schön nervös.“ Vor allem dann, wenn von außerhalb viele Ratschläge im Ring zu hören sind. „Man hört die anderen auch, aber wir hören eigentlich nur den Trainer“, verriet Jason Kleinschmidt.

Seine Niederlage hatte er ohne große Blessuren überstanden, auch Janik Seidewitz war sein schwerer Kampf äußerlich nicht anzusehen. Dabei hatte er doch auch einige Schläge einstecken müssen. Den einen oder anderen auch deshalb, weil er die Deckung unten hatte und den Gegner stattdessen provozierte. „Bewusst“, wie er hinterher erzählte, „ich habe gemerkt, dass er sich reizen lässt.“

Diesmal sollte das keine Konsequenzen haben. Seidewitz verließ den Ring als Sieger, wurde sogar am Ende der Veranstaltung zum besten Boxer gewählt. „Er hat einen klasse Kampf gemacht, das war für alle der härteste und beste Test vor der Landesmeisterschaft“, sagte Harald Schuchardt. Und am späten Abend konnte auch er endlich einmal Durchatmen. (mz)


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