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Volleyball - VC Bitterfeld-Wolfen: Ausgekugelter Fuß beendet Gietzelts Saison vorzeitig

Die 570 Zuschauer in Solingen bekamen in den fünf Sätzen am späten Sonntagnachmittag eine Menge geboten.

Die 570 Zuschauer in Solingen bekamen in den fünf Sätzen am späten Sonntagnachmittag eine Menge geboten.

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Fotos (2): VC Bitterfeld-Wolfen

solingen -

Wer am späten Sonntagnachmittag das Zweitligaspiel des VC Bitterfeld-Wolfen bei der TSG Solingen am Liveticker verfolgte, der machte sich beim Stand von 5:5 im zweiten Satz so seine Gedanken. Da wo ansonsten in Echtzeit die Zwischenstände wechseln, passierte plötzlich nichts mehr. Lediglich der Satz „Spiel wegen Verletzung unterbrochen“ war für die interessierten Volleyballfans zu lesen. Von 16.35 Uhr bis 17.15 Uhr wurde im Spielbericht von den Schiedsrichtern vermerkt, genau 40 Minuten also. Über Facebook teilte der VC Bitterfeld-Wolfen währenddessen mit, dass es sich bei dem Verletzten um Robin Gietzelt, den eigenen Zuspieler, handelte. „Er ist bei einer Blockaktion auf dem Fuß eines Gegenspielers gelandet“, sagte Co-Trainerin Britta Weiner nach dem Spiel.

Verletzung beendet Robin Gietzelts Saison

Und das mit fatalen Folgen: Der rechte Fuß sei ausgekugelt. So lautete die Diagnose, der erst nach geraumer Zeit eingetroffenen Notärzte, die den 28-Jährigen wenig später mit einer Trage vom Feld und anschließend in das Krankenhaus brachten. Die Saison und vielleicht sogar die Karriere ist für Robin Gietzelt damit vorzeitig beendet.

Dass der VC Bitterfeld-Wolfen kurz zuvor den ersten Satz knapp mit 25:27 verloren hatte und auch diesen zweiten Durchgang mit 22:25 abgeben musste, geriet beim Anblick des schwer verletzten Mitspielers zur Nebensache. „Wir konnten ihn auch nicht vom Feld bringen, da wir kein weiteres Risiko eingehen wollten“, erzählte Britta Weiner. Gemeinsam mit VC-Trainer Karl Kaden und dem Solinger Trainerteam wurde aufgrund der langen Verletzungspause auf die zehnminütige Pause verzichtet.

Den ersten Schock konnte der VC Bitterfeld-Wolfen scheinbar beim Seitenwechsel etwas abschütteln. Lag die Mannschaft von Karl Kaden und Britta Weiner zur ersten technischen Auszeit mit 8:6 in Führung, so sollte es bei der zweiten Auszeit schon 16:10 für den VC Bitterfeld-Wolfen stehen. Das Team konnte den Vorsprung relativ konstant halten, hatte beim 24:19 die ersten Satzbälle. Drei davon konnten die Gastgeber abwehren, dann jedoch hatte der VC den Durchgang mit 25:22 für sich entschieden und zumindest auf 1:2 verkürzt. Nun entwickelte sich das im Vorfeld erwartete Spiel auf Augenhöhe.

Mit dem Gewinn des dritten Satzes im Rücken legte das Team von Karl Kaden auch im vierten Abschnitt den besseren Start hin und lag vor 570 Zuschauern mit 14:9 in Führung. Doch der Tabellenzweite aus Solingen wollte in eigener Halle den Tiebreak und damit verbundenen Punktverlust vermeiden. Aus einem 20:17 für den VC Bitterfeld-Wolfen wurde plötzlich ein 21:22-Rückstand. Doch auch das Team von Karl Kaden kämpfte sich noch einmal zurück, verwandelte den ersten Satzball zum 25:23. Der Tiebreak war damit erreicht, zumindest ein Punkt gesichert. „Eigentlich war ich überrascht, dass wir den Satz noch gewinnen“, sagte VC-Geschäftsführer Christoph Richter, „zum Ende ist es im dritten und vierten Satz knapp geworden.“

Comeback kostet Kraft

Trotz der sehr schwierigen Umstände war es dem VC Bitterfeld-Wolfen, der bereits am Sonnabend angereist und Sonntagvormittag in der Solinger Heimspielstätte trainierte, gelungen, die Ereignisse zu Beginn des zweiten Satzes auszublenden und das Spiel noch einmal zu drehen. Aber so ein Comeback kostet natürlich auch Kraft. Und genau schien dem VC Bitterfeld-Wolfen dann im fünften Satz zu fehlen. Nach ausgeglichenem Beginn lag das Team mit 7:10 hinten. Zwar gelang noch einmal der 12:12-Ausgleich, aber Solingen sollte mit 15:12 die Nase vorn haben. Der Ärger war nicht nur bei der Mannschaft in der Halle, sondern auch bei Robin Gietzelt groß: „Scheiße, dass wir verloren haben“, sagte er, als er im Krankenhaus von Christoph Richter besucht wurde. Dass es dem Zuspieler den Umständen entsprechend gut ging, war wohl die schönste Nachricht des Abends. (mz)