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Mitteldeutsche Zeitung | VC Bitterfeld-Wolfen gegen USC Magdeburg: Der Plan geht auf
07. February 2016
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VC Bitterfeld-Wolfen gegen USC Magdeburg: Der Plan geht auf

Der VC Bitterfeld-Wolfen um Zuspieler Robin Gietzelt (Mitte) setzte sich am Sonntag im Duell mit dem USC Magdeburg mit 3:0 durch.

Der VC Bitterfeld-Wolfen um Zuspieler Robin Gietzelt (Mitte) setzte sich am Sonntag im Duell mit dem USC Magdeburg mit 3:0 durch.

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bösener

wolfen -

Die zweite verpatzte Annahme war zu viel. Mitte des zweiten Satzes drehte sich Christopher Harpke sofort zu seinem Trainer und gab diesem ein unmissverständliches Zeichen: Der Kapitän wollte ausgewechselt werden. Einen Angriff musste sich Harpke aber noch gedulden, dann brachte Karl Kaden mit Piotr Adamowicz einen frischen Spieler. Am Spielverlauf sollte das aber erst einmal nichts ändern: Innerhalb von wenigen Minuten wurde aus einer 11:8-Führung des VC Bitterfeld-Wolfen gegen den USC Magdeburg ein 11:18-Rückstand.

Die 312 Zuschauer in der Sporthalle Wolfen-Krondorf waren sprachlos, Michael Eisel schüttelte nur noch den Kopf. Bis zum Ende des Satzes sollte man den Präsidenten des VC Bitterfeld-Wolfen so sehen, allerdings änderte sich das Gesicht, denn es gab es eine neuerliche Wende und sein Team gewann den Durchgang noch mit 28:26. „Eigentlich ist der Satz schon weg. Das war jetzt der Knackpunkt“, so Eisel.

Mehr Probleme für den VC

Man musste wahrlich kein Experte sein, um dieser Aussage bedenkenlos zuzustimmen, der Knacks beim Gegner war zu groß. Mit 3:0 sollte der VC Bitterfeld-Wolfen am Ende die Halle als Sieger verlassen. Zum zweiten Mal an diesem Wochenende.

Schon wenige Stunden zuvor war der VC Olympia Berlin in Wolfen zu Gast. Auch gegen das junge Team aus der Bundeshauptstadt hielt sich die Mannschaft von Trainer Karl Kaden schadlos und setzte sich mit 3:0 durch. Was so deutlich klingt, war aber hart erarbeitet. „Die Jungs waren gut auf uns eingestellt“, so Kaden, „in der Vorbereitung haben sie offenbar erkannt, wie sie uns Probleme bereiten können.“ Gerade im ersten Satz taten die Berliner das mit sehr guten Aufschlägen. „Da haben sie unsere Schwächen ausgenutzt und konnten den Satz sehr eng gestalten“, sagte der VC-Trainer. Mit 26:24 hatte sein Team am Ende aber knapp die Nase vorn. Etwas deutlicher sollte es im zweiten Abschnitt zugehen, der mit 25:19 an die Gastgeber ging. Hart umkämpft war dann noch einmal der Schlussdurchgang - die Gäste gaben sich nicht auf und bereiteten dem VC Bitterfeld-Wolfen mehr Probleme, als es zu erwarten war. Doch steht das Team nicht umsonst an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga Nord und hatte auch im dritten Satz mit 26:24 das bessere Ende für sich.

Zu viele Fehler gemacht

Doch auf dem Weg zur Verteidigung des ersten Tabellenplatzes sollte das nur der erste Teil sein, der zweite Schritt war für den Sonntagnachmittag im Duell mit dem USC Magdeburg geplant. Die Gäste wollten dabei offenbar nicht im Wege stehen und legten im ersten Satz eine sehr hohe Fehlerquote bei den Aufschlägen und Angriffen hin. Der VC musste eigentlich gar nicht viel machen, teilweise nur auf die Fehler warten. Mit 25:18 ging der Satz dann auch deutlich an das Team von Karl Kaden. Das leistete sich aber im zweiten Abschnitt die eingangs beschriebene Schwächephase. „Wir haben da Probleme in der Annahme gehabt und zu viele Fehler gemacht“, so der Trainer zum 0:10-Lauf, „aber wir haben es ihnen geschenkt und konnten deshalb auch zurückkommen.“ Und das auf so eindrucksvolle Art, dass selbst der eigene Präsident aus dem Kopfschütteln nicht mehr herauskam.

Dem 28:26 in Satz zwei ließ der VC ein 25:18 im dritten Abschnitt folgen. „Das zeichnet eine große Mannschaft aus“, befand der Trainer, „der Plan ist aufgegangen. Jetzt wartet der Showdown.“ (mz)