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Spitzenspiel des VC Bitterfeld-Wolfen: Zuschauer als Gewinner?

Spieler

Benny Nibbrig (l.) setzte sich mit der TSG Solingen beim Hinspiel in der Sporthalle Wolfen-Krondorf knapp durch.

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Bösener

Bitterfeld -

Ein offenes Meisterschaftsrennen, offene Fragen im Abstiegskampf, Entscheidungen erst am letzten Spieltag. Das Szenario, von dem jeder Sportfan träumt, schreckt die meisten Verantwortlichen in den Vereinen eher ab - die Planungssicherheit fehlt. Helmut Weissenbach klingt da anders: „Es wäre schön, wenn es bis zum Ende der Saison spannend bleibt“, sagt der sportliche Leiter der TSG Solingen Volleys und geht sogar soweit, dass er sich zu folgender Aussage verleiten lässt: „Wir können gegen Bitterfeld-Wolfen auch mit einer knappen Niederlage leben.“

Ob das Trainer Bernd Werschek so gerne hört, war nicht in Erfahrung zu bringen, aber vielleicht verbirgt sich hinter der Aussage ja auch etwas Tiefstapelei. Schließlich musste der Tabellenzweite der 2. Bundesliga Nord am vergangenen Spieltag beim 3:1-Sieg gegen Giesen den Verlust von Huib den Boer hinnehmen. Der Zuspieler war mit dem rechten Fuß umgeknickt und musste vom Feld getragen werden. Mittlerweile steht fest, dass sich der niederländische Zuspieler einen Bänderriss zugezogen hat und damit am Sonntag um 16 Uhr im Duell mit dem VC Bitterfeld-Wolfen nur zuschauen kann. „Wie wir damit umgehen, wird die spannende Frage sein“, sagt Helmut Weissenbach.

Anfahrt gut für Teambildung

Die beschäftigte auch Karl Kaden in den vergangenen Tagen. Der Trainer des VC Bitterfeld-Wolfen hatte das Videostudium mit seinem Team schon vorbereitet, „aber das ist jetzt hinfällig, weil der Zuspieler verletzt ist“, so Kaden. An den weiteren Plänen des Trainers wird sich aus seiner Sicht aber hoffentlich nichts mehr ändern. Um möglichst ausgeruht und auch optimal vorbereitet in das Spitzenspiel zu gehen, startet das Team bereits am Samstagnachmittag in Richtung Solingen. Knapp fünf Stunden beträgt die Netto-Fahrtzeit - Pausen und mögliche Staus sind allerdings noch nicht eingerechnet. „So eine frühere Anreise ist auch gut für die weitere Teambildung“, sagt Karl Kaden.

Nachdem er mit seinem Team die Unterkunft bezogen hat, geht es am Abend in ein Restaurant, in dem der Trainer des VC Bitterfeld-Wolfen bereits Plätze reserviert hat. Anders als Trainerkollege Werschek kann Kaden auf das komplette Team zurückgreifen, auch am darauf folgenden Tag. „Das wird dann ein sportlicher Sonntag“, sagt der VC-Trainer.

Nach Frühstück und Videostudium wird das Team in Solingen trainieren. Auch wenn noch nicht abschließend geklärt ist, ob dieses Training in der Heimspielstätte der TSG Solingen Volleys stattfinden wird, so hofft der Trainer des VC Bitterfeld-Wolfen auf die Kooperation des Gegners. „Wir haben ihnen vor dem Hinspiel die Möglichkeit gegeben, dass sie in unserer Halle trainieren können. Jetzt bitten wir um das Gleiche“, sagt Karl Kaden. Aber auch auf den Fall, dass es trotz der Anfrage nicht klappen sollte, hat er eine Alternative in der Hinterhand. Doch dürfte dieser Fall nicht eintreten, der Respekt in Solingen vor dem Gegner ist schließlich groß. „Bitterfeld-Wolfen ist mit Christoph Richter als Geschäftsführer sehr professionell aufgestellt und in diesem Bereich schon etwas weiter als wir“, sagt Helmut Weissenbach, der auch sportlich eine Menge vom Tabellenführer hält: „Es wird sicherlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen werden“, sagt der sportliche Leiter, der auch schon als Solinger Trainer in Bitterfeld zu Gast gewesen ist. „Ich glaube, wir hatten da bis zum Hinspiel eine schwarze Serie. Die konnten wir aber durchbrechen.“

Mit 3:2 konnte sich Solingen im ersten Vergleich durchsetzen. Fünf Sätze hält Helmut Weissenbach erneut für möglich. „Der Gewinnen werden die Zuschauer sein“, sagt er. Für anhaltende Spannung im Meisterschaftsrennen wäre gesorgt. Selbst ein klarer Spielausgang ändert nach Ansicht von Karl Kaden daran nichts: „Es wird noch keine Vorentscheidung geben.“ Dafür aber ein Spiel auf hohem Niveau. (mz)