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Mitteldeutsche Zeitung | Karriereaus für Robin Gietzelt? : Krankenhaus statt Heimweg für den VC Bitterfeld-Wolfen
15. February 2016
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Karriereaus für Robin Gietzelt? : Krankenhaus statt Heimweg für den VC Bitterfeld-Wolfen

Robin Gietzelt (am Ball) droht das Karriereende.

Robin Gietzelt (am Ball) droht das Karriereende.

Foto:

bösener

solingen -

Nein, auf diese eine Stunde kam es nun auch nicht mehr an. Anstatt sich nach der 2:3-Niederlage und dem anschließenden Duschen auf dem Weg in Richtung Heimat zu begeben, nahm die Mannschaft des VC Bitterfeld-Wolfen geschlossen den Weg in ein Solinger Krankenhaus. Alle Spieler und Trainer wollten wissen, wie es Robin Gietzelt geht. „Das zeichnet die Mannschaft aus, deswegen stehen wir auch da, wo wir stehen“, sagte Karl Kaden.

Auch mit zeitlichem Abstand musste der VC-Trainer am Montagnachmittag bei den Erinnerungen an die Szene zu Beginn des zweiten Satzes vom Sonntagsspiel in Solingen kurz innehalten. „Das hat mich vor allem nach dem Spiel ganz schön mitgenommen“, erzählte er, „in dem Moment, wo ich ihn da habe liegen sehen, ist mir sofort durch den Kopf geschossen, dass es sein Karriereende sein kann.“ Nach einem Blockversuch war Zuspieler Gietzelt auf dem Fuß eines Solinger Spielers gelandet. Die Folgen klingen auch am Montag noch immer erschreckend: Neben einem ausgekugelten rechten Fuß war der komplette Bänderapparat gerissen.

Die Schmerzen, die der 28-Jährige in diesem Moment verspürte, waren nicht nur in seinem Gesicht abzulesen, sondern auch nicht zu überhören. Direkt nach dem Unfall hatten Solinger Verantwortliche mit Werbebanden die Sicht auf den Verletzten versperrt. Da kein Notarzt in der Halle war, musste Gietzelt 40 Minuten warten, bis er ärztlich versorgt wurde und schmerzstillende Mittel erhielt. „Wir waren kurz davor, das Spiel abzubrechen“, verrät Karl Kaden.

Anteilnahme an Gietzelts Schicksal

Seine Spieler hatte er schnell vom Feld genommen und war mit ihnen in die Kabine gegangen. Sie sollten nicht die komplette Zeit mit dem Anblick des leidenden Mitspielers konfrontiert werden. Nach der langen Spielunterbrechung wollten die acht übrig gebliebenen VC-Akteure aber noch einmal alles geben, um als Sieger aus der Halle zu gehen. Den zweiten Satz verloren sie zwar, holten sich aber die Durchgänge drei und vier. Dass es am Ende im Tiebreak nicht zum Sieg reichte, lag auch daran, dass mit Kapitän Christopher Harpke noch ein weiterer Spieler verletzungsbedingt ausgefallen war. „Es war eine grandiose Leistung, ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, so Kaden.

Der VC-Trainer hatte es in der Nacht von Sonntag auf Montag dann um 3 Uhr ins eigene Bett geschafft. Robin Gietzelt muss dagegen noch bis zum Dienstag in einem Solinger Krankenbett schlafen, dann wird er von dort nach Berlin transportiert. „Der Fuß ist wieder im Gelenk drin“, so der VC-Trainer, „aber der komplette Bänderapparat ist völlig kaputt. Ohne Operation wird er auf diesem Niveau nicht mehr spielen können.“

Dabei hatte Robin Gietzelt gerade begonnen, sich im Team richtig wohl zu fühlen und noch einmal große Lust auf Volleyball bekommen. Selbst mit einer Operation wird der Weg zurück in die Bundesliga sehr weit. Wahrscheinlich zu weit. Auf dem Weg zur Besserung erhielt er aber zumindest viel Anteilnahme aus zahlreichen Teilen Deutschlands. Die Ligakonkurrenten aus Aligse und Schüttorf wünschten auf der Facebookseite des VC Bitterfeld-Wolfen alles Gute, auch andere Vereine nahmen Anteil. Das und der Besuch der Teamkollegen am Krankenbett werden sicherlich helfen. (mz)