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Goitzsche-Marathon: Verhärtete Fronten nach Veranstaltungs-Absage

Einen Start beim Goitzsche-Marathon wird es in diesem Jahr nicht geben. Ist das auch gleichzeitig das Ende der Veranstaltung?

Einen Start beim Goitzsche-Marathon wird es in diesem Jahr nicht geben. Ist das auch gleichzeitig das Ende der Veranstaltung?

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Archiv/kehrer

bitterfeld -

Es ging dann alles sehr schnell: Nur wenige Tage lagen zwischen Bekanntwerden der Gefahr einer möglichen und der tatsächlichen Absage des Goitzsche-Marathons. Eine Entscheidung, die am Freitagabend vor der Geschäftsstelle des halleschen Veranstalters „Run e.V.“ gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk verkündet wurde. „Mit großem Bedauern haben wir von der Entscheidung des Veranstalters gehört, den diesjährigen Goitzsche-Marathon abzusagen“, sagte Petra Wust am Montag gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung.

Überrascht wie die Öffentlichkeit

Bitterfeld-Wolfens Oberbürgermeisterin schien von der Nachricht genauso überrascht wie die Öffentlichkeit gewesen zu sein. Wurde in den ersten Jahren der Veranstaltung ein reger Austausch zwischen der Stadt Bitterfeld-Wolfen und den Veranstaltern betrieben, so war Petra Wust stets im Vorfeld bei den Pressekonferenzen des Goitzsche-Marathons anwesend, stand für Fragen zur Verfügung. Kurz vor dem Jubiläum scheint sie von der Entwicklung um die Traditionsveranstaltung nichts gewusst zu haben. „Zu den Details dieser Entscheidung sowie den Hintergründen können sich nur die Beteiligten äußern“, verweist Petra Wust auf die Organisatoren.

Die haben ihren Sitz allerdings in Halle. „Run e.V.“ und die Mitteldeutsche Marathon GmbH unter der Führung von André Cierpinski tragen zwar unterschiedliche Namen, haben ihren Sitz aber beide in der Talamtstraße 7 in der Saalestadt, auch die Telefonnummern beider Veranstalter sind identisch.

Für eine Stellungnahme, eine weitere Erklärung der Absage war von dieser Stelle aber nichts zu bekommen. Auch André Cierpinski war unter seiner Mobilnummer nicht zu erreichen. Auf der Internetseite von „Run e.V.“ ist der Goitzsche-Marathon bereits nicht mehr als Veranstaltung aufgeführt, stattdessen ist dort der 14. Behördenmarathon in Halle zu finden. Auf der offiziellen Internetseite des Goitzsche-Marathon ist der Veranstalter um Aufklärung bemüht. „Trotz monatelanger Recherchen und intensiver Bemühungen ist die rechtliche Sicherheit, den Lauf in der gewohnten Form umzusetzen, nicht erreicht worden“, steht dort geschrieben.

Endgültiges Ende des Goitzsche-Marathons?

Der Rechtsstreit vor dem Amtsgericht Halle hat noch keine Einigung zwischen den Organisatoren und der Goitzsche Tourismus GmbH (GTG) herbeigeführt. Stein des Anstoßes war eine Nutzungsgebühr in Höhe von 2000 Euro, die die GTG von den Hallensern verlangt. GTG-Geschäftsführer unterstellt den Organisatoren bei dieser kommerziellen Veranstaltung Gewinnerzielungsabsichten. Auch davon nehmen diese schriftlich Abstand: „Der Run e.V. ist ein eingetragener gemeinnützig anerkannter Verein, der laut Satzung die Organisation von Sportveranstaltungen durchführt. Wir sind ausschließlich gemeinnützig tätig. Die Behauptung von Herrn Jung, wir würden kommerzielle Gewinnabsichten haben, ist falsch.“

Die Fronten scheinen verhärtet, eine Prognose für die kommenden Jahre derzeit nur schwer möglich zu sein. Bedeutet die Absage in diesem Jahr das endgültige Ende des Goitzsche-Marathons? „Die Stadt Bitterfeld-Wolfen hofft, dass es dennoch im kommenden Jahr wieder einen Goitzsche-Marathon geben wird und diese Lauf-Tradition hier am Goitzschesee fortgeführt wird“, sagt Petra Wust. (mz)