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Basketball-Pro B: Lipkes Schmerz auf der Bank

Tom Lipke (links) konnte sein Team nur von der Bank unterstützen.

Tom Lipke (links) konnte sein Team nur von der Bank unterstützen.

sandersdorf -

Jeder Korberfolg, jeder Rebound von Robert Franklin schmerzte Tom Lipke. Während der US-Amerikaner mit 22 Punkten und neun Rebounds einen entscheidenden Anteil am knappen 66:65-Erfolg der Hertener Löwen bei den BSW Sixers hatte, musste Lipke zuschauen. Mit einer Handgelenksverletzung saß der Flügelspieler nur auf der Bank. „Ich kenne den Jungen noch aus meiner Zeit in Dorsten und weiß genau wie er spielt“, so Lipke, „er lebt von seiner Erfahrung und bewegt sich immer am Rande des Erlaubten.“

Nur zu gerne hätte der Flügelspieler den US-Amerikaner verteidigt. Zu gerne hätte Tino Stumpf ihm dabei zugeschaut. „Wir haben mit Tom Lipke einen perfekten Verteidiger gegen Robert Franklin. Gegen ihn hätte er heute nicht so viele Punkte gemacht“, sagte der Sixers-Trainer und verwies auf die Statistik. Im Hinspiel erzielte Franklin neun Punkte, traf nur vier seiner neun Wurfversuche, Tom Lipke war damals mit 15 Punkten Topscorer seines Teams und die Sixers gewannen. Diesmal musste der Flügelspieler von der Bank zuschauen. Zum bereits sechsten Mal in Folge. Fünf Mal verloren die Sixers davon zuletzt am Stück, drei mit nur einem Punkt Differenz. „Es tut natürlich weh, wenn man sich das Spiel von außen ansehen muss“, sagt der 28-Jährige.

Kampf gegen den Abstieg

In dieser Woche steigt er wieder in das Mannschaftstraining ein, will in den letzten beiden Spielen beim Kampf gegen den Abstieg unterstützen. Wäre die Saison jetzt vorbei, würden die BSW Sixers direkt in die 1. Regionalliga absteigen - der Letzte der Pro B Nord muss diesen Weg ohne vorherige Play-down-Spiele antreten. „Keiner hätte gedacht, dass wir in diese Situation kommen“, sagt Tom Lipke, „mit der Mannschaft dürfen wir eigentlich gar nicht absteigen.“

Die Mannschaft verfügt nicht nur aus seiner Sicht über genug Potenzial, aber ist genau seine Situation auch ein Spiegelbild der bisherigen Sixers-Saison, die immer wieder von verletzungsbedingten Ausfällen geprägt war. Deshalb kommt zur Enttäuschung mit Blick auf die sportliche Situation bei Fans, Verantwortlichen und Spielern auch noch Fassungslosigkeit hinzu.

„Recklinghausen liegt uns“

Allerdings verbleiben dem Team auch noch zwei Spiele, um den zumindest den schlimmstmöglichen Fall abzuwenden. Die Sixers spielen noch in Recklinghausen (11.) und bei Rist Wedel (3.). „Recklinghausen liegt uns“, sagt Tino Stumpf. Der kommenden Gegner liegt nur zwei Punkte vor den Sixers und muss am letzten Spieltag bei Tabellenführer Rostock antreten. Allerdings hat Recklinghausen am Dienstagabend auch noch ein Nachholspiel gegen den punktgleichen RSV Stahnsdorf (10.) zu absolvieren. Nur einen Zähler liegen die Hertener Löwen vor den Sixers. In den beiden verbleibenden Saisonspielen muss der Vorletzte zuerst gegen Itzehoe, das als Achter um die Play-offs kämpft, und den Tabellenzweiten aus Dresden antreten.

„Natürlich denkt man über die Konstellation in der Tabelle nach“, sagt Tom Lipke, „aber wir müssen erst einmal am Wochenende gewinnen. Wir müssen unseren Kopf selbst aus der Schlinge ziehen.“ Heute hat der Flügelspieler noch einen Arzttermin, hofft darauf, die Freigabe für das Spiel am Wochenende zu bekommen. Dann hat sein Leiden auf der Bank ein Ende. (mz)