Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

Basketball-1. Regionalliga: Derby wird "spektakulär, unterhaltsam und mitreißend“

Nándor Kovács

In dieser Saison ist Nándor Kovács zum zweiten Mal bei den BSW Sixers als Co-Trainer im Amt.

Foto:

Frank Gehrmann

Aschersleben/Sandersdorf -

Nein, locken lässt sich Nándor Kovács nicht. Egal, wie die Frage auch lautet, der 35-Jährige packt in die Antwort so viel wie möglich Diplomatie. Wo es mehr Spaß macht zu arbeiten? „Beide Vereine sind im positiven Sinne basketballverrückt.“ Welcher Ort schöner ist? „Ich fahre gern in beide Regionen.“ Wer die besseren Fans hat? „Die sind hier wie da unglaublich.“ Und dann, als es schon fast keinen Sinn mehr macht zu fragen, grinst Kovács kurz. „Vielleicht“, sagt der Basketball-Trainer, „trommeln die Sixers-Anhänger etwas lauter. Aber wenn, dann auch nur einen ganz kleinen Tick.“

Vier Jahre lang war der Leipziger Nándor Kovács zwischen 2008 und 2012 Cheftrainer der Aschersleben Tigers, am Sonnabend kehrt er mit seiner neuen Mannschaft, den BSW Sixers, als Assistenztrainer an seine alte Wirkungsstätte zurück. Das Derby der beiden Basketball-Schwergewichte Sachsen-Anhalts in der Ballhaus-Arena (Anpfiff 19.30 Uhr) ist für Kovács ein besonderer Tag. „Es wird ein richtig schöner Basketball-Abend“, sagt der Familienvater, „mit Sicherheit spektakulär, unterhaltsam und mitreißend.“

Viel Pech nach dem Aufstieg

Kovács hatte die Ascherslebener Mannschaft im Sommer 2008 nach dem Abstieg aus der 1. Regionalliga übernommen und sie sportlich kontinuierlich verbessert. Nach Rang fünf in der Spielzeit 2008/09 führte er die Tigers im darauffolgenden Jahr auf den dritten Platz und schließlich dann in der Spielzeit 2010/11 mit nur zwei Saisonniederlagen zum Aufstieg. Unter seiner Regie erreichte Aschersleben in den Jahren 2010 und 2011 jeweils das Landespokalfinale. Danach aber verließ ihn das Glück.

Neuverpflichtungen schlugen nicht wie gewünscht ein, Verletzungen wichtiger Spieler, knappe Niederlagen und Differenzen zwischen der Mannschaft und ihm führten zum Abstieg im Sommer 2012. Den verhinderten die Tigers wenig später doch noch am grünen Tisch - Kovács aber ging trotzdem und steht seit vergangenem Jahr gemeinsam mit Tino Stumpf zum zweiten Mal nach der Endphase der Spielzeit 2012/13 an der Seitenlinie bei den Sixers. Informationen über den Gegner aber kann er nicht mehr liefern: Mit Karl Democh verließ im Dezember der letzte Spieler die Tigers, der noch unter Kovács gespielt hatte. Macht aber nichts: Sowohl im Hinspiel in der Liga als auch im Achtelfinale des Landespokals machten sich Sixers und Tigers in dieser Saison bereits bekannt. „Die sind keine schlechte Truppe“, sagt Nándor Kovács über die Aschersleben Tigers, die in beiden Vergleichen bisher deutlich den Kürzeren zogen. „Für uns wird das eine große Herausforderung.“

Aufgeräumter Kader

Noch dazu, wo sich die Sixers seit Jahresbeginn neu orientieren. Der Kader wirkt nach einigen Abgängen und langfristigen Ausfällen aufgeräumter, die jungen Talente der nächsten Generation sollen und müssen Verantwortung übernehmen. Im ersten Spiel des Jahres 2016 gegen Königs Wusterhausen klappte das schon gut. „Aber natürlich“, so Nándor Kovács, „müssen wir uns insgesamt in dieser Konstellation noch finden.“ Das gilt für den Gastgeber am Sonnabend jedoch nicht. Die Tigers haben aus dem Last-Second-Sieg in Stade frisches Selbstvertrauen mitgenommen und wollen kein drittes Mal in einer Saison den Sixers unterliegen. Klar ist aber auch: Gewinnt Aschersleben am Sonnabend, sind auch die letzten Aufstiegshoffnungen in Bitterfeld, Sandersdorf und Wolfen verflogen. Nándor Kovács denkt darüber nicht nach. „Ich freue mich einfach unheimlich auf den Samstagabend.“

Der wird für ihn sogar länger als ein Basketballspiel dauern. „Das Bier mit Tigers-Präsident Christian Elze ist fest verabredet“, lächelt Nándor Kovács. Nach dem Spiel. (mz)