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Weilheimer Literaturpreis: Köhler ehrt Wole Soyinka

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Literatur-Nobelpreisträger Wole Soyinka

Literatur-Nobelpreisträger Wole Soyinka (Foto: dpa)

Bundespräsident Horst Köhler überreicht am 13. Juni in Berlin den Weilheimer Literaturpreis 2006 und hält die Laudatio auf den Preisträger Wole Soyinka. Die mit 7500 Euro dotierte Auszeichnung ist der einzige von Schülern vergebene Literaturpreis.
Berlin/dpa. 

Bundespräsident Horst Köhler überreicht am 13. Juni in Berlin den Weilheimer Literaturpreis 2006 und hält die Laudatio auf den Preisträger Wole Soyinka. Die mit 7500 Euro dotierte Auszeichnung ist der einzige von Schülern vergebene Literaturpreis. Der 1934 geborene Nigerianer und Literatur-Nobelpreisträger Soyinka wird bei der Preisverleihung im Schloss Bellevue wie die bisherigen Preisträger eine «Rede an die Jugend» halten, wie das Bundespräsidialamt am Mittwoch ankündigte.

Die Schüler-Jury des Gymnasiums Weilheim in Oberbayern habe Soyinka den Preis für sein autobiografisches Werk zuerkannt. In der als Trilogie angelegten Reihe «Aké, eine afrikanische Kindheit», «Der Mann ist tot. Aufzeichnungen aus dem Gefängnis» und «Isarà. Eine Reise rund um den Vater» gelinge es Soyinka, «Brücken zwischen Kontinenten, Kulturen und Menschen» zu bauen, urteilten die jungen Juroren.

Soyinka lebt in Kalifornien und Nigeria und engagiert sich weltweit für Demokratie und Gerechtigkeit. Dafür nahm er Verfolgung, Inhaftierung und Jahre des Exils in Kauf. 1986 erhielt er als erster Afrikaner den Literatur-Nobelpreis. Soyinka hat mehr als 20 Theaterstücke, zahlreiche gesellschaftskritische Romane, Essays und Gedichte geschrieben, in denen er sich gegen Fundamentalismus, Terror, Ausbeutung, Aberglauben, gegen Machtmissbrauch, Intoleranz und Korruption einsetzt.

Frühere Preisträger waren seit 1988 unter anderem Ilse Aichinger, Wolfgang Hildesheimer, Thomas Hürlimann, Reiner Kunze, Siegfried Lenz, Loriot und Rafik Schami.