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Theater für Kinder: Eisleben entdeckt ein Stück von Esther Becker

Uhr | Aktualisiert 31.01.2013 22:46 Uhr
Szene mit Clara Schoeller und Andreas Brockmeyer (FOTO: THEATER) 
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Das ist kein leichtes Stück Arbeit: Einen Text für Kinder zu schreiben, in dem es um die Zugehörigkeit des Todes zum Leben geht. Immerhin ist das ein Thema, mit dem eine Vielzahl von Erwachsenen immer noch nicht umgehen kann.
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eisleben/MZ. 

Esther Becker, Schauspielerin und Autorin mit Wohnsitzen in Zürich und Berlin, ist es mit "Cowboy ohne Pferd" gelungen, Kinder wie Eltern auf fantasievolle Weise schlauer machen - also ohne sie didaktisch am Händchen zu führen. In Eisleben ist das Stück jetzt uraufgeführt worden.

Was nützte aber der beste Text, wenn Regie und Darsteller nicht auf der gleichen Wellenlänge senden? Doch Ann-Kathrin Hanss, die das Stück inszeniert hat, macht gemeinsam mit ihren Darstellern Clara Schoeller und Andreas Brockmeyer alles richtig, das knapp einstündige Spiel ist so ernst und so heiter, wie es sein muss. Und es ist niemals peinlich, dass hier zwei junge Erwachsene eine Neunjährige und einen ein Jahr älteren Jungen verkörpern.

Die Geschichte spielt im Kinderzimmer des Jungen, das Mädchen ist mit seiner Mutter zu Besuch gekommen. Der Anlass ist ein trauriger: Karl, Lieblingsonkel der Kinder, hat sich mit Schlaftabletten das Leben genommen. Am nächsten Tag soll er beerdigt werden. Nina und Jens aber sind allein mit ihrem Schmerz und ihren Fragen: Warum ist Karl so traurig gewesen, dass er nicht mehr leben konnte? Warum hat Ninas Mutter, die Schwester des Toten, so oft gestritten mit ihm? Und worüber? Schließlich: Wie würden sie, Nina und Jens, es selber bewerkstelligen, wenn sie sterben wollten?

Spielerisch, auch komisch ist das manchmal. Dicht am Leben, das weitergeht. Ohne Karl. Das ist traurig. Aber sie erinnern sich an ihn. Also ist er doch noch da. Ein schönes Stück. Für die ganze Familie.