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Oper: Theater Erfurt startet mit «Die Frauen der Toten»

Uhr | Aktualisiert 28.12.2012 21:54 Uhr
Das Theater Erfurt setzt zum Jahresbeginn den Reigen seiner Uraufführungen fort. «Die Frauen der Toten» von Alois Bröder hat am 2. Februar Weltpremiere - die 14. in der Amtszeit von Generalintendant Guy Montavon. Mit der Aufführung startet das Haus gleichzeitig ins Jubiläumsjahr «10 Jahre Theaterneubau in Erfurt». (FOTO: DPA) 
Spektakuläre Uraufführungen sind ein Markenzeichen des Theaters Erfurt. Intendant Guy Montavon setzt auch 2013 wieder auf junge Komponisten und ungewöhnliche Stoffe.
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Erfurt/dpa. 

Das Theater Erfurt setzt zum Jahresbeginn den Reigen seiner Uraufführungen fort. „Die Frauen der Toten“ von Alois Bröder hat am 2. Februar Weltpremiere - die 14. in der Amtszeit von Generalintendant Guy Montavon. Mit der Aufführung startet das Haus gleichzeitig ins Jubiläumsjahr „10 Jahre Theaterneubau in Erfurt“. Das Gebäude am Brühl nahe von Dom und Severikirche war im September 2003 eröffnet worden und zählt nach eigenen Angaben zu den modernsten europäischen Opernhäusern.

Das Theater hat sich unter der Leitung des Schweizers Montavon über Deutschlands hinaus einen Namen mit Uraufführungen gemacht. Eine der spektakulärsten Uraufführungen war 2005 „Waiting for the Barbarians“ von Philip Glass nach dem Roman von J. M. Coetzee. Erfolg feierte 2009 Jeffrey Chings Oper „Das Waisenkind“ (The Orphan). Das Stück des philippinischen Komponisten chinesischer Abstammung fußt auf historischen Ereignissen im China des sechsten Jahrhunderts vor Christus. 2010 erzählte die Oper „Der leuchtende Fluss“ die tragische Geschichte des US-Soldaten Ira Hayes, den ein Kriegsfoto zum Nationalhelden wider Willen machte.

Bröder, Jahrgang 1961, hat nach Theaterangaben für seine erste Oper auf Nathaniel Hawthornes „Frauen der Toten“ von 1829/30 zurückgegriffen. Die Geschichte erzählt vom Schicksal zweier Frauen, die kurz nach der Hochzeit vom Tod ihrer Männer erfahren. In der Nacht nach der Trauerzeremonie erscheinen zwei Boten mit der Nachricht, die Männer seien noch am Leben. Doch keine der Frauen traut sich, der anderen das eigene Glück mitzuteilen.

Bröders Stück, zu dem die Proben vor Weihnachten begonnen haben, reflektiere die Geschichte in zwei Versionen, als zwei Möglichkeiten eines Handlungsverfahrens. Auch der Wechsel zwischen der englischen und deutschen Sprache spiegele das Ineinandergreifen von Realität und Irrealität. „Die Frauen der Toten“ inszeniert Gabriele Rech. In dem von Norman Heinrich entworfenen Bühnenbild agieren fünf Solisten und Chorsänger.

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