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Luther und Melanchthon: Unesco-Stätten in Eisleben und Wittenberg vor Eröffnung

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Das Sterbehaus des Reformators Martin Luther in der Lutherstadt Eisleben (Landkreis Mansfeld-Südharz). (FOTO: DPA)

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Was waren Martin Luthers letzte Worte, als er 1546 im Sterben lag? Wie ging es zu Lebzeiten im Hause seines Freundes Philipp Melanchthon zu? Zwei Museen des Unesco-Welterbes zeigen es - in neuem Glanz.
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Eisleben/Wittenberg/dpa. 

Zwei zum Unesco-Welterbe gehörende Museen aus der Zeit der Reformation erstrahlen nach jahrelangem Um- und Ausbau in neuem Glanz. In Eisleben wird am 1. Februar „Luthers Sterbehaus“ mit einer neuen Dauerschau eröffnet. Unter dem Motto „Luthers letzter Weg“ würden weltweit zum ersten Mal die letzten Tage und Stunden Martin Luthers (1483-1546) anhand von vielen Originalen authentisch gemacht, sagte der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Stefan Rhein, der Nachrichtenagentur dpa. Zwei Wochen später (15. Februar) öffne in Wittenberg das sanierte und ebenfalls erweiterte Museum im Haus von Luthers Weggefährten Philipp Melanchthon (1497-1560).

Rund fünf Millionen Euro wurden der Stiftung zufolge in Eisleben, rund vier Millionen in Wittenberg investiert. „Das sind die beiden großen Vorhaben, worauf wir in den letzten zwei, drei Jahren hingearbeitet haben“, sagte Rhein über die aufwendigen Um- und Ausbauten. „Wir können nun in beiden Museen fast dreimal soviel zeigen an Exponaten wie zuvor“, sagte er. Die Stiftung präsentiere auch bisher im Verborgenen gebliebene Zeugnisse aus der Zeit der Reformation und dem Leben Luthers und dessen Weggefährten. Dazu gehörten Handschriften vom Sohn Paul über die letzten Stunden seines Vaters, die er am - ebenfalls ausgestellten - Totenbett Martin Luthers erlebte.

Rund 110 Exponate, darunter das Tuch, das 1546 auf dem Sarg des Reformators lag, werden in dem nunmehr 750 Quadratmeter großen Museum in Eisleben gezeigt. „Wir wollen auch mit Hilfe multimedialer Darstellungen vor allem junge Menschen, Kinder, an die Reformationszeit heranführen, ihnen erklären, was die Welt verändert hat“, sagte Rhein. In Wittenberg werde dazu ein ganzes Haus auf 700 Quadratmetern als Museum so erlebbar werden, als würde Philipp Melanchthon gleich durch die Tür kommen, sagte Rhein. „Und die Klinke am Eingang ist über die Jahrhunderte erhalten geblieben.“

Rund 390 Exponate, darunter Drucke, Aufzeichnungen, Medaillen, Gemälde, werden in dem 1536 erbauten Gebäude in der neuen Dauerschau unter dem Motto „Melanchthon und sein Haus“ gezeigt. So werden erstmals Handschriften von ihm zur Stadtgeschichte von Wittenberg, die 1556 in den Turmknauf der Stadtkirche eingelassen worden waren, öffentlich gezeigt, sagte Rhein. Der Universitätsgelehrte und Reformator Melanchthon ging wegen seiner vor fast 500 Jahren angewandten und bis heute als fortschrittlich geltenden Lehrmethoden als „Lehrer Deutschlands“ in die Geschichte ein. So setzte er sich für die gleiche Bildung aller Kinder unabhängig ihrer Herkunft ein.

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