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Louis de Funès: Der größte Querkopf aller Zeiten

Uhr | Aktualisiert 27.01.2013 12:29 Uhr
Der französische Film- und Theaterkomiker Louis de Funes als Polizist in einer Szene des Films «Louis und seine verrückten Politessen» aus dem Jahr 1983.  (BILD: DPA)
Herzinfarkt: Eigentlich überraschte es niemanden, als am 27. Januar 1983 Louis de Funès im Krankenhaus in Nantes an den Folgen eines Herzstillstands starb. Seine Rolle als hypernervöser Choleriker verlangte einiges von ihm ab.
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Paris/dpa. 

Er fluchte, was das Zeug hielt, und ging in die Luft, wie ein HB-Männchen. Louis de Funès war die beliebteste Nervensäge Europas. Beerdigt wurde der Komiker in Le Cellier in der Bretagne, wo er in einem Schloss mit 30 Zimmern wohnte. An seiner Beerdigung nahmen über 2 000 Menschen teil.

Mehrere Generationen von Erwachsenen und Kindern brachte der Komiker als Polizist Ludovic Cruchot in der bekannten Klamotte „Der Gendarm von St. Tropez“ oder als Kommissar Juve in der Kriminalkomödie „Fantomas“ zum Lachen. „Fufu“, wie die Franzosen ihn liebevoll nannten, hat sich mit seinen rund 140 Filmen für die Ewigkeit empfohlen. Frankreich und Deutschland würdigen seinen 30. Todestag gleichermaßen mit Biografien und umfassenden DVD-Sammlungen seiner berühmtesten Filme.

Über de Funès Rollen als cholerischer Gesetzeshüter, als Louis, in „Rabbi Jacob“ und „Oscar“ lässt sich viel schreiben. Doch noch mehr über den Komiker selbst, der mit seinen 1,64 fast so klein war wie Napoleon und so groß wie nur wenige Filmkomiker Frankreichs.

Eigentlich hieß er Louis Germain David de Funès de Galarza und hatte blaues Blut in den Adern. Sein Vater war ein spanischer Edelmann, der als Rechtsanwalt tätig war, sein Geld jedoch mit dem Handel von Diamanten verdiente. Doch so schnell er es gewann, verlor er es wieder. So war Louis zwar adlig, aber arm.

Dann die Schule und Ausbildung zum Kürschner, die er vorzeitig abbrechen musste, weil er den Kanarienvogel des Schuldirektors mit einem Gummiband und Haarnadeln abschoss und das Labor in Brand setzte. Und schließlich seine Hochzeit mit Jeanne Barthélémy de Maupassant, einer Großnichte des Schriftstellers Guy de Maupassant, durch die er 1967 zum Schlossherr eines heruntergekommenen Anwesens wurde. Auf dem Schloss Clermont bei Le Cellier, dem Stammschloss der Maupassants, widmete er sich der Gärtnerei, insbesondere der Rosenzucht.

Seine Karriere begann in einem Alter, da war die von anderen bereits zu Ende. Auf den Theatererfolg von „Oscar“ folgte 1964 der Durchbruch im Kino mit „Der Gendarm von St. Tropez“, in dem er sich als Gesetzeshüter mit pubertierenden Töchtern und frechen Nudisten herumärgert. Da war de Funès bereits 50 Jahre alt. Danach ging alles im Eiltempo: zwei bis drei Filme pro Jahr. Ab Mitte der 1960er Jahre war de Funès der populärste Filmkomiker Frankreichs.

Doch hinter dem zappeligen Choleriker und nervigen Giftzwerg versteckte sich ein zurückgezogener, ordnungsliebender Mensch und vorsorglicher Vater, der sich leidenschaftlich um seine Zuchtrosen kümmerte und tagelang schweigen konnte. „Sein ganzes Image ist neu zu schreiben“, sagte vor einigen Jahren schon sein Sohn Patrick. Ein weiterer Grund, um de Funès erneut zu würdigen: zu seinem 100. Geburtstag am 31. Juli 2014.

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