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Larry Hagman: «Dallas»-Hauptdarsteller starb mit 81 Jahren

Uhr | Aktualisiert 25.11.2012 20:09 Uhr
Larry Hagman (Foto vom 16.11.2005) ist tot. (FOTO: DPA) 
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Es ist schwer, sich Larry Hagman ohne Cowboyhut vorzustellen. Hunderte Millionen von Fernsehzuschauern weltweit verfolgten in den 80er Jahren gebannt, wie Hagman als Ölbaron J.R. Ewing mit dem Cowboyhut in „Dallas“ skrupellos seine Interessen durchsetzte. Nun ist der Schauspieler mit 81 Jahren gestorben.
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Berlin/dapd. 

J. R. Ewing war ein Fiesling, ein untreuer Ehemann und rücksichtsloser Geschäftsmann. Die Rolle des texanischen Ölbarons in der Fernsehserie „Dallas“ machte den US-Schauspieler Larry Hagman weltberühmt. Er spielte als einziger in allen Folgen der Serie mit und mimte den ruchlosen Clanchef mit Cowboyhut von der Southfork Ranch. Dabei begann er seine Fernsehkarriere als charmanter Astronaut in der Fernsehserie „Die bezaubernde Jeannie“ und war auch privat ein beliebter Gentleman.

„Er machte alle um ihn herum froh. Er war kreativ, großzügig, lustig, lieb und talentiert. Ich werde ihn sehr vermissen. Er war ein Original, das das Leben in vollen Zügen genoss“, hieß es in einer Mitteilung der Schauspielerin Linda Gray, die in „Dallas“ Hagmans Ehefrau spielte. Sie sei zusammen mit der Familie an Hagmans Seite gewesen, als er am Freitag in Dallas an den Folgen von Krebs starb, teilte ihr Agent mit.

Mit Europa war der 1931 im texanischen Fort Worth geborene Amerikaner besonders verbunden. In London erlebte er wegweisende Momente seines Lebens: Er war dort fünf Jahre als Soldat der Luftwaffe stationiert und spielte Anfang der 50er-Jahre an der Seite seiner Mutter Mary Martin im Broadway-Musical „South Pacific“.

Und in London fand er auch sein privates Glück: Er verliebte sich in die schwedische Modezeichnerin Maj Axelsson. Das Paar heiratete 1954. 1958 kam Tochter Kristina Mary Heidi zur Welt, Sohn Preston folgte 1962. 1956 in die USA zurückgekehrt, blieb Hagman einige Jahre der Bühne treu und spielte am New Yorker Broadway, übernahm aber auch Engagements in Fernsehserien.

Den größten Ruhm erntete Hagman aber als Oberfiesling J. R. Ewing. 1977 fiel ihm die Rolle seines Lebens zu. Im deutschen Fernsehen lief „Dallas“ von 1981 bis 1991 und erreichte pro Folge bis zu 18,1 Millionen Zuschauer. Nach 357 Folgen war Schluss - angeblich wegen zu hoher Gagenforderung Hagmans. Er wirkte als einziger in allen 357 Folgen mit und soll pro Jahr umgerechnet 7,5 Millionen Euro mit „Dallas“ verdient haben.

2012 wurde die Serie fortgesetzt. Im Mittelpunkt standen dieses Mal allerdings die Söhne des Ewing-Clans. In den vergangenen Jahren war Hagman unter anderem in „Desperate Housewives“ zu sehen. 1992 bekannte der Schauspieler nach einer Leberzirrhose, Alkoholiker zu sein. 1995 retteten Ärzte sein Leben mit einer Lebertransplantation. Hagman blieb in Form.

2006 spazierte er mit Cowboyhut in Mutter Beimers Reisebüro in der „Lindenstraße“. 2010 wurde er wegen seines Engagements für Solarenergie mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Auf seiner Farm in Kalifornien ließ er nach eigenen Angaben eine der größten privaten Solaranlagen bauen. Den Strom nutzte Hagman, um die Bewässerung für seine Avocado-Zucht sicherzustellen.

„Ich weiß, was ich auf J. R.s Grabstein geschrieben sehen will“, sagte Hagman 1988. „Hier liegt der aufrichtige Bürger J. R. Ewing. Dieses ist der einzige Deal, den er je verlor.“ Er wurde 81 Jahre alt.

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