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Knöllchenfalle Sternenscheibe

Uhr | Aktualisiert 30.03.2005 14:09 Uhr
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Dienst nach Vorschrift

Das Landesmuseum in Halle erlebt derzeit einen Besucheransturm, wie ihn die Einrichtung wohl noch nie erlebt hat. Dass Stellflächen knapp sind, verleitet vor allem viele auswärtige Gäste zum Falschparken. Sie laufen so Gefahr, Knöllchen vom Ordnungsamt zu erhalten. (MZ-Foto: Günter Bauer)

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Mit der Bronzezeit-Ausstellung "Der geschmiedete Himmel" im Landesmuseum für Vorgeschichte hat Halle einen neuen Touristen-Magneten. Seit Freitag haben bereits 5 800 Besucher aus ganz Deutschland die Schau gesehen. Doch haben die Stadt und die Ausstellungsmacher damit auch ein Problem: Rund um das Museum sind Parkplätze Mangelware.
Halle/MZ. 

Vor allem am Sonntag, als allein fast 2 400 Besucher das Museum stürmten, waren die Stellplätze im Viertel rasch besetzt, riskierten viele Falschparker Knöllchen vom Ordnungsamt. Ärger bei Gästen und Anwohnern war die Folge.

"Wir sind zweieinhalb Stunden hierher gefahren und mussten dann noch eine gute Viertelstunde nach einem Parkplatz suchen. Das war nervig", sagte Ilka Matthies aus Göttingen. Auch Dirk Herrmann aus Köthen musste lange durch die Nebenstraßen fahren, bis er einen Stellplatz gefunden hatte. "Es könnten ruhig mehr Parkplätze sein - oder es sollte ausgeschildert werden, wo welche zu finden sind."

Der Ansturm auf das Museum führte zu Wartezeiten am Eingang. Doch die Besucher reihten sich geduldig in die Schlange ein. Andere, die die Schau mit der berühmten Sternenscheibe von Nebra verlassen hatten, lobten sie in allen Tönen.

In den Straßen am Museum stand indes Auto an Auto. Nachdem die legalen Stellplätze belegt waren, kam es zu teils chaotischen Zuständen, wurden die Karossen selbst in Halte- und Parkverbotszonen oder auf Gehwegen abgestellt.

Am Wochenende hielt sich das Ordnungsamt der Stadt aber offensichtlich zurück. Anders dagegen am Freitag, als schon kurz nach der Eröffnung Knöllchen verteilt wurden. Vorwürfe der Abzocke gegen die Stadt wurden laut.

Laut Museums-Sprecher Alfred Reichenberger war mit dem Parkplatzproblem gerechnet worden. Die Stadt habe unter anderem durch Einrichtung von Zeitparkplätzen in der Liebknecht-Straße versucht, das Problem zumindest zu entschärfen. "Wir mussten an diesem Wochenende auch erst einmal Erfahrungen sammeln", sagte er. Er kündigte an, mit der Stadt zu verhandeln, wie die Parkplatznot gelindert werden könnte.