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Kinostart 3. Januar: «Silver Linings»

Uhr | Aktualisiert 02.01.2013 17:19 Uhr

Im Film «Silver Linings Playbook» wohnt Pat (Bradley Cooper) wieder bei seinen Eltern Delores (Jacki Weaver) und Pat Sr. (Robert de Niro). (FOTO: DPA)

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Als Pat seine Frau mit einem anderen unter der Dusche erwischte, ist durchgedreht und wurde nach einer Klage wegen Körperverletzung in die Psychiatrie eingewiesen. Jetzt ist er wieder draußen, darf sich Frau und Haus nicht nähern und zieht zurück ins elterliche Heim.
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Halle (Saale)/MZ. 

"Mir geht es jetzt besser" sagt Pat (Bradley Cooper) zu allen, die es nicht glauben wollen. Aber wer sich ihn anschaut, merkt schnell, dass in Pats Fall "besser" längst nicht gut genug ist. Als er seine Frau mit einem anderen unter der Dusche erwischte, ist Pat durchgedreht und wurde nach einer Klage wegen Körperverletzung in die Psychiatrie eingewiesen. Jetzt ist er wieder draußen, darf sich Frau und Haus nicht nähern und zieht zurück ins elterliche Heim.

Mutter Dolores (Jacki Weaver) behandelt ihn wie eine Zeitbombe und auch Vater Pat (Robert De Niro) tut sich schwer - gerade, weil sich die Probleme des Sohnes mit seinem Aggressionsmanagement im eigenen Verhalten spiegeln. Pat Jr. beginnt indes, an seinem Krisen-Happy-End und der Versöhnung mit der Ex-Frau zu arbeiten. Bei einem arrangierten Dinner trifft er auf Tiffany (Jennifer Lawrence), die ebenfalls eine bewegte Psychiatrievergangenheit vorzuweisen hat. Das Abendessen endet zwar im Eklat, aber danach lauert Tiffany Pat regelmäßig bei seinen Jogging-Runden auf.

Mit "Silver Linings" entwirft David O. Russel ("Three Kings") eine Komödie um zwei psychisch labile Charaktere, in der das streng reglementierte Genre gründlich durchgeschüttelt wird. Wie Flipperkugeln schießen die beiden unberechenbaren Figuren umher, ein Großteil des Vergnügens besteht darin, eine humorvolle Vertrautheit mit ihren Macken und Neurosen zu entwickeln.

Das Konzept könnte trotz hervorragender Dialoge ohne stimmige Besetzung nicht funktionieren. Aber auch hier hat Russell alles richtig gemacht: Bradley Cooper zeigt nach "Hangover", dass er auch etwas von Feineinstellung versteht. Aber der eigentliche Schatz des Filmes ist Jennifer Lawrence ("Tribute von Panem"), die die manische Energie ihrer Figur voll zur Geltung bringt, ohne deren Zerbrechlichkeit zu verbergen. Eine der originellsten romantischen Komödien der letzten Jahre.

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