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José Carreras: Gala sammelt am Donnerstagabend sieben Millionen Euro

Uhr | Aktualisiert 14.12.2012 23:03 Uhr

Der spanische Startenor José Carreras kämpft weiter gegen Leukämie. (FOTO: DPA)

Der spanische Startenor José Carreras hat für den Kampf gegen Leukämie nunmehr die ungeheure Summe von mehr als 100 Millionen Euro gesammelt.
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Leipzig/dpa. 

Dieses Geld kam seit seiner ersten Benefizsendung 1995 zusammen. Allein bei der 18. Carreras-Gala, die am Donnerstagabend live aus Leipzig in der ARD übertragen wurde, warb der 66-Jährige mehr als sieben Millionen Euro ein. „Dieses Ergebnis ist die Großzügigkeit von Millionen Menschen, die ihre Herzen geöffnet haben“, sagte Carreras sichtlich gerührt. Unterstützt wurde er von einem Großaufgebot an Künstlern, die sich für sein Motto stark machen: „Leukämie muss heilbar werden - immer und bei jedem.“

Mut, Hoffnung, Emotionen prägten die gut zweieinhalbstündige Sendung, die 4,10 Millionen Zuschauer verfolgten. Als Sinnbild für Mut stand dabei vor allem Carreras selbst. Vor mehr als 20 Jahren erhielt er die Diagnose Leukämie, konnte aber geheilt werden. Seither setzt sich der Tenor unermüdlich für den Kampf gegen die tückische Krankheit ein. Und er hat viele Prominente an seiner Seite, die ihn bei der Arbeit mit Patienten unterstützen: Thomas Gottschalk besuchte als Weihnachtsmann verkleidet eine Krebsstation, Nationalelf-Kapitän Philipp Lahm kickte mit zwei an Leukämie erkrankten Jungen, Udo Lindenberg stiftete eines seiner Likörell-Gemälde und Chris de Burgh eine seiner Gitarren zur Versteigerung.

Hoffnung machten Mediziner, die durch neue Ansätze und aufwendige, langwierige Forschung Leben retten wie im Fall der 69-jährigen Gudrun. Nach 20 Chemotherapien und sieben Jahren Krebs galt sie als unheilbar. Dank einer Spende aus Nabelschnurblut ist sie heute gesund. „Es ist für mich ein Wunder gewesen“, sagte sie in einem Einspielfilm.

Die vorgestellten Schicksale, in denen Eltern um ihre Kinder bangen, Menschen jeden Alters von der Diagnose Blutkrebs aus dem Leben gerissen werden, lösten tiefe Emotionen aus. Nach sieben Monaten im Krankenhaus erzählte Katharina aus München, sie fühle sich „isoliert wie ein angeketteter Hund“. Die Sendung bewegte sich im Spannungsfeld zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Die Hilflosigkeit wurde am Fall von Charlotte erlebbar. Eine junge Frau mit ungebrochenem Lebenswillen - bis sie kurz vor ihrem 18. Geburtstag starb, wie ihr Vater mit bewegenden Worten schilderte. In seiner Erinnerung behalte er siebzehneinhalb schöne Jahre, sagte er.

Umrahmt wurde die Show von sorgfältig ausgewählter Musik unter anderem von Anastacia, David Garrett, der Band Unheilig, Ben Becker, Vicky Leandros und Andrea Berg. Die 18. Carreras-Gala, seit 1995 vom Mitteldeutschen Rundfunk produziert, war die letzte Show unter der Regie der Dreiländer-Anstalt. Nach Angaben der Carreras-Stiftung soll die Sendung aber weitergehen. Wer die TV-Gala künftig produziert, ist noch nicht bekannt.

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