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Hintergrund: Lutherstätten und Unesco-Welterbe

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Die Lutherstätten in Sachsen-Anhalt zählen seit 1996 zum Unesco-Welterbe. In Wittenberg sind es die Schlosskirche, die Stadtkirche, das frühere Wohnhaus des Reformators Martin Luther (1483-1546) und das Haus seines Mitstreiters Philipp Melanchthon (1497-1560).
Eisleben/Wittenberg/dpa. 

In Eisleben gehören Luthers Geburtshaus und das Museum „Luthers Sterbehaus“ zum Welterbe. Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt sieht ihre Aufgabe darin, die Bauwerke als Zeugnisse der Reformation zu bewahren. Erforschung und Aufarbeitung der Reformationsgeschichte stehen im Zentrum der Arbeit.

Luther wurde am 10. November 1483 als Sohn eines Bergmanns in Eisleben geboren und verbrachte Kindheit und Schulzeit in Mansfeld. Dort entsteht derzeit ein neues Museum. Luther studierte an der Universität Erfurt und trat dort 1505 ins Augustinerkloster ein, wo er bis 1511 lebte. In Wittenberg soll der Theologe der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der römisch-katholischen Kirche an die Tür der Schlosskirche geschlagen haben. Er prangerte damit die Praxis an, sich mit Ablassbriefen von Sünden freizukaufen.

Unter Wissenschaftlern ist allerdings umstritten, ob Luther dies an dem Tag - heute jährlich als Reformationstag gefeiert - getan hat. Mit den Thesen setzte Luther die weltweite Reformation der Kirche in Gang. Auf der Wartburg in Eisenach - sie gehört seit 1999 zum Unesco-Welterbe - fand Luther in diesen Zeiten Zuflucht. Dort übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche. 2017 jährt sich der Wittenberger Thesenanschlag zum 500. Mal. Luther starb am 18. Februar 1546 in Eisleben. Sein Grab ist in der Wittenberger Schlosskirche. Neben ihm fand sein enger Wegbegleiter Philipp Melanchthon seine letzte Ruhe.