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Einsparungen: Weniger Geld für den Erhalt der Dome und Schlösser

Uhr | Aktualisiert 28.01.2013 10:11 Uhr
Dom «Sankt Stephanus und Sankt Sixtus» Halberstadt - Es wird weniger für Dome und Schlösser ausgegeben. (FOTO: DPA) 
Sie sind groß, alt und bedürfen der intensiven Pflege und Sanierung. Die Dome, Schlösser und Burgen in Sachsen-Anhalt sind ewige Baustellen. Das Spardiktat des Landes erschwert den Denkmalschützern die Arbeit.
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Leitzkau/dpa. 

An den großen Domen, Schlössern und Burgen kann in diesem Jahr voraussichtlich weniger gebaut und saniert werden als in den Vorjahren. „Im Jahr 2013 sprudeln die Mittel nicht so, wie man sich das wünschen würde. Das heißt, die Mittel sind doch gravierend abgesenkt im investiven Bereich. Wir müssen versuchen, das Beste daraus zu machen“, sagte der Vorstand der Stiftung Dome und Schlösser Sachsen-Anhalt, Boje Schmuhl, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Die Zuwendungen des Landes seien zurückgegangen.

Geld erhält die Stiftung auch von der EU, von Lotto-Toto und anderen Unterstützern. Nach 8,1 Millionen Euro im vergangenen Jahr sind für 2013 rund 3,6 Millionen Euro Baukosten für Dome, Schlösser und Burgen eingeplant. Die Zahlen sind laut Schmuhl nicht ohne weiteres vergleichbar, weil es viele mehrjährige Projekte gibt.

„Mit Einsparungen bei der Kultur kann man keinen Landeshaushalt sanieren, sondern es werden im Gegenteil nachhaltige Schäden dadurch vorprogrammiert“, sagte Schmuhl. Das Argument des demografischen Wandels möge für einige Bereiche der Kultur gelten, für seinen Bereich des Denkmalschutzes aber nicht. „Unsere Schlösser, Burgen und Dome stehen da, ob es viele Menschen gibt oder nicht so viele.“ Schmuhl sagte weiter: „Wir haben schon eine Verantwortung, die steingewordene Geschichte an nachfolgende Generationen so weit wie möglich unbeschadet zu übergeben. Das ist auch ein Stück Identität.“

Am Magdeburger Dom sind inzwischen die Arbeiten am Westwerk abgeschlossen. Voraussichtlich zu Ostern soll der Bau wieder ohne Gerüst sein - derzeit verhindern die frostigen Temperaturen den Abbau. Der Zug zum Osterfest solle dann wieder durch das Hauptportal führen. In diesem Jahr werden am Dom, im Keller der Südklausur, Besuchertoiletten eingebaut, die bislang noch fehlten. Bis 2014 sollen sie laut Schmuhl fertig sein. Zudem wird ein im vergangenen Jahr überraschend gefundenes Putzbild aus dem 13. Jahrhundert so präpariert, dass es für Besucher zugänglich gemacht werden kann.

Als Vorbereitung für die Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion werde die Fassade des Domes in Havelberg weiter saniert, sagte Schmuhl. Der Dom zu Halle erhalte ein neues Eingangsportal. „Wir haben uns entschieden, eine weitere Kopie anfertigen zu lassen.“ Das aktuelle Portal ist schon dem Original nachempfunden, das in der Moritzburg zu sehen ist. Der neue Abguss werde noch in diesem Jahr installiert. In einigen Schlössern und Burgen stehen laut Schmuhl nur die notwendigen Reparaturen auf dem Programm - größere Investitionen sind finanziell nicht drin. Im Schloss Köthen soll das Dach des Ludwigsbaues saniert werden samt dem darunterliegenden Spiegelsaal. Auf der Neuenburg stehen die statische Sicherung der Scheune und der Ausbau zum Domänenmarkt an.

Die Stiftung will laut Schmuhl auch an ihrer eigenen Struktur arbeiten, um von 2014 an weitere Mittel einzusparen. Ziel sei, sich solcher Dinge zu entledigen, die nicht unmittelbar dem Stiftungszweck dienten. Bewachung, Reinigung, Aufsicht und Serviceleistungen könnten privatisiert werden.

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