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Dieter Thomas Heck: Ein Showmaster genießt den Ruhestand

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Dieter Thomas Heck (FOTO: DPA/ARCHIV) 
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Er ist ein TV-Urgestein und ein Altmeister des Musikfernsehens: Entertainer Dieter Thomas Heck hat mit seinen Samstagabendshows Millionen Menschen vor den Bildschirm gelockt. Kurz vor seinem 75. Geburtstag widmet er sich der Familie.
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Berlin/dapd. 

Er ist ein TV-Urgestein und ein Altmeister des Musikfernsehens: Entertainer Dieter Thomas Heck hat mit seinen Samstagabendshows Millionen Menschen vor den Bildschirm gelockt. Seine Markenzeichen waren sein schnelles Sprechtempo und die Moderationen im Stakkato-Stil. Vor fünf Jahren hat er sich nach mehr als 40 Jahren von der Showbühne verabschiedet. Er genieße seien Ruhestand, sagte Heck kurz vor seinem 75. Geburtstag am Samstag (29. Dezember). Nun könne er sich seiner Familie widmen. Gleichzeitig hofft er auf weitere Engagements als Schauspieler.

Auf eine große Karriere in der Unterhaltungsbranche deutete bei Heck, der als Carl Dieter Heckscher in Flensburg geboren wurde und in Hamburg aufwuchs, zunächst wenig hin. Als Folge eines Bombenangriffs hatte er als Kind angefangen zu stottern. Seinen Sprachfehler therapierte er mit Gesangsunterricht. Nach der Schulzeit begann er eine Lehre in der Autobranche. Vier Jahre lang bis 1961 war Heck als Autoverkäufer tätig. Sein Vater habe ihm zu einem „anständigen Beruf geraten“, erzählte der Moderator einst.

Anfänge als Radiomoderator

Seine spätere Karriere startete er als Sprecher beim damaligen Südwestfunk. Sein Fernsehdebüt feierte Heck in der Nachwuchssendung „Toi-toi-toi“ von Peter Frankenfeld. Von 1964 bis 1966 arbeitete er bei Radio Luxemburg. Dort legte er sich den zweiten Vornamen Thomas zu, da es beim Sender bereits einen anderen Dieter gab. 1966 wechselte er zur Europawelle Saar nach Saarbrücken. Im Januar 1969 wurde Heck schließlich Moderator der „ZDF-Hitparade“. Das Zweite wurde zu seinem Haussender. Der ehemalige ZDF-Intendant Dieter Stolte nannte ihn einmal den „größten Kommunikator, den das ZDF jemals hatte“.

Ab 1978 führte Heck im ZDF zusätzlich durch die Quizshow „Die Pyramide“. Erfolge feierte der Showmaster auch mit den Sendungen „Melodien für Millionen“ und „Musik liegt in der Luft“. Heck verlieh zudem die „Goldene Stimmgabel“ und moderierte Wohltätigkeitssendungen wie die „Super-Hitparade“ zugunsten der Deutschen Welthungerhilfe.

Weitere Auftritte als Schauspieler geplant

Auch als Sänger („Es ist Mitternacht, John“, „Mein ganz persönliches Wunschkonzert“) und Schauspieler versuchte sich der Entertainer. In den 70er Jahren hatte er einen Auftritt im Film „Das Millionenspiel“. Später war er in einem „Tatort“-Krimi sowie in den TV-Serien „Café Wernicke“ und „Praxis Bülowbogen“ zu sehen. Weitere Auftritte sollen folgen: „Ich habe gerade jetzt zu meiner Frau gesagt: Wer noch ein paar Tage Zeit hat, das ist der Schauspieler Heck.“

Mit seiner zweiten Frau Ragnhild bewohnte Heck jahrelang ein Schloss im badischen Aubach. Inzwischen lebt das Paar abwechselnd in der Schweiz und in Spanien. „Ich habe mehr als 40 Jahre Fernsehen und Rundfunk gemacht“, sagte Heck kurz vor seinem Geburtstag. „Jetzt will ich mich um mein Haus, meine Ferienwohnung und vor allem um meine Frau und meine Familie kümmern.“ Er sei schon immer ein Familienmensch gewesen, habe dies früher aber oft nicht zeigen können, sagte der Vater zweier Söhne und einer Tochter. „Ich war jahrelang nur unterwegs, bei Veranstaltungen und auf Tourneen“.

Seinen Geburtstag feiert Heck mit Weggefährten, Kollegen und Freunden. Seiner Frau Ragnhild, die Anfang 2007 an Brustkrebs erkrankt war, gehe es gut. Und auch Heck selbst erfreut sich kurz vor seinem 75. Geburtstag bester Gesundheit: „Ich fühle mich wie umgedreht, wie 57.“