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Das Supertalent: Verbogen vor Millionen

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 22:13 Uhr
Mit Anmut und Grazie begeisterten die Tabea-Tänzerinnen die „Supertalent“-Jury. Zum Sieg reichte ihr Auftritt aber nicht. (FOTO: RTL) 
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Dieter Bohlen bescheinigte ihnen „in der Anmutigkeit den besten Auftritt in der Show“, Michelle Hunziker lobte sie sogar als „Vorbilder für alle Mädchen zu Hause“. Trotzdem hat es für die fünf Tänzerinnen von Halles Sportmusical Tabea am Sonnabend nicht gereicht. Sie mussten sich dem Sieger Jean-Michel Aweh geschlagen geben.
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Köln/MZ. 

Dieter Bohlen bescheinigte ihnen „in der Anmutigkeit den besten Auftritt in der Show“, Michelle Hunziker lobte sie sogar als „Vorbilder für alle Mädchen zu Hause“. Trotzdem hat es für die fünf Tänzerinnen von Halles Sportmusical Tabea am Sonnabend nicht gereicht. Kurz nach Mitternacht stand fest: Beim Finale der RTL-Show „Das Supertalent“ mussten sich die Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren mit acht anderen Kandidaten dem Sieger Jean-Michel Aweh geschlagen geben.

Von Enttäuschung trotzdem keine Spur. „Es war toll, dabei zu sein“, sagt Frieda Roloff, eine der fünf Tänzerinnen, später. Mit einem Sieg hätten sie sowieso nicht gerechnet. Allein die Teilnahme am Finale sei ein Erfolg gewesen. Vor ein paar Wochen habe davon noch niemand zu träumen gewagt.

Bei der Show zogen sie bei dem knapp dreiminütigen Auftritt noch einmal alle Register ihres Könnens: In wehenden weißen Kleidern, mit roten Tüchern und einem Ball verbogen und verrenkten sie sich auf der RTL-Bühne in Köln. Etwa fünf Millionen Zuschauer sahen ihnen am Fernseher dabei zu. Dass es am Ende nur für den achten Platz gereicht hat, sei in Ordnung. „Die anderen waren nun mal besser“, sagt Frieda. Auch werden sie verschmerzen, dass er nicht ganz so perfekt war, der Auftritt: Mal fiel der Gymnastikball herunter, mal war es nicht ganz synchron. Zu schämen brauchen sie sich aber nicht. Auch, weil sie gerade einmal vier Tage Zeit hatten, den Final-Auftritt zu proben. Denn der war völlig neu und vorher noch nie gezeigt worden. „Da kann schon mal etwas schiefgehen. Das ist ganz normal“, meint die 15-Jährige.

Und beeindruckender als ein krächzender Papagei oder jemand, der Seifenblasen kunstvoll in die Luft pustet, waren sie allemal. Was denn auch Dieter Bohlen zu Lobeshymnen auf die Hallenserinnen veranlasste. „Ihr habt jedes Mal von den Castings bis ins Finale einen komplett anderen Auftritt gezeigt. Das muss man euch hoch anrechnen“, urteilte der Pop-Titan. Auch wenn es für den ganz großen Wurf am Ende nicht gereicht hat: Gelohnt haben sich die Mühen der vergangenen Wochen allemal. „Wir können uns inzwischen vor Anfragen kaum retten“, erzählt Tabea-Vereinschef Detlef Marx. Von mehr als 100 Telefonaten und E-Mails spricht er. Keine Frage: Tabea ist deutlich bekannter geworden. Marx: „Jetzt kennt man uns nicht mehr nur in Halle und Umgebung. Etwas Besseres konnte uns doch gar nicht passieren.“

Vom Sieger der Show schwärmten nicht nur die Jury und 25 Prozent der Fernsehzuschauer: Jean-Michel Aweh hat sich auch in die Herzen der Mädels von Tabea gesungen. „Er hat es sich verdient, kann sehr gut singen und Klavier spielen. Außerdem hat sein Lied einen tollen Text“, schwärmt Frieda. Viel Zeit, sich mit ihm zu unterhalten, blieb den Tänzerinnen aber nicht. Nach Ende der Sendung war nur noch ein kurzer Abstecher zur Aftershowparty drin. Danach ging es zurück nach Halle. Denn dort stand Sonntagnachmittag schon ein Auftritt mit den anderen Tabea-Tänzerinnen auf dem Programm.

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