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Dagmar Berghoff: «Miss Tagesschau» wird 70

Uhr | Aktualisiert 25.01.2013 07:25 Uhr

Dagmar Berghoff war 1976 die erste Frau bei der «Tagesschau» und blieb bis 1999 dabei. Unvergessen und ein Renner bei YouTube ist ihr Lachkrampf vom 2. April 1988, als sie bei einer Meldung über Boris Becker aus dem WTC-Turnier in Dallas das «WC-T-Turnier» machte. (FOTO: DPA)

Als sie Boris Beckers WTC-Turnier-Sieg verlas, bekam sie einen Lachkrampf. Als die „Tagesschau“ über seine Scheidung berichtete, ärgerte sie sich: Dagmar Berghoff, Ex-„Tagesschau“-Chefsprecherin, die nun 70 Jahre alt wird - sich aber nicht so fühlt.
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Hamburg/dpa. 

Als sie die „Tagesschau“ las, waren deren Sprecher noch echte Stars in Deutschland: Karl-Heinz Köpcke, Werner Veigel, Wilhelm Wieben, Jo Brauner - und eben Dagmar Berghoff. Sie war nicht nur die erste „Miss Tagesschau“, sondern ist für viele auch bis heute die Nummer Eins geblieben. Immer wieder wählen sie Zuschauer in Umfragen zu den beliebtesten Sprechern von Deutschlands ältester TV-Nachrichtensendung - locker hängt die blonde Hamburgerin noch heute all ihre Nachfolgerinnen wie Eva Herman, Susan Stahnke oder Judith Rakers ab. Dabei ist die einstige Chefsprecherin, die am Freitag (25. Januar) 70 Jahre alt wird, seit 13 Jahren nicht mehr Stammgast in deutschen Wohnzimmern.

23 Jahre lang war sie - die erste Frau bei der „Tagesschau“ - es ohnehin gewohnt, als Sprecherin hinter jeder Nachricht zurückzustehen. Perfekt frisiert, geschminkt und gekleidet und mit höchster Disziplin gelang ihr das fast immer. Als Berghoff am Silvesterabend 1999 ihre letzte Ausgabe mit einem „Tja, meine Damen und Herren, das war's für mich - fürs Erste...Und damit Tschüss von diesem Platz“ beendete, titelte etwa die „Welt“: „Die Disziplin nimmt ihren Abschied“.

Die Momente, in denen Berghoff selbst mal vor laufender Kamera für Schlagzeilen sorgte, gehören zu den bekanntesten Anekdoten in der „Tagesschau“-Geschichte. Etwa die Proteste, die sie auslöste, als sie eines Tages mit Lockenfrisur auf dem Bildschirm erschien. „Mir schrieben die Leute zum Beispiel: Mein Hirtenhund liegt vorm Fernseher und bellt Sie an“, erzählte sie erst jüngst wieder, als die „Mutter aller Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen“ 60 Jahre alt wurde. Andere Zuschauer meinten, sie sehe aus wie Käthe Kruse oder „wie frisch ertrunken“. Auch ihr Lachkrampf beim „WTC-Turnier“-Versprecher - zuvor hatte sie noch mit der Redaktion über „WC-Turnier“ gewitzelt - ist legendär.

„Ich bin für die Zuschauer wahrscheinlich wie eine gern gesehene Verwandte“, sagte sie mal in einem „Spiegel-Interview“, in dem sie ein weiteres Beispiel für ihre Professionalität lieferte: Habe sie Negativ-Meldungen über ihre Schülerliebe, Ex-Verteidigungsminister Volker Rühe, vorlesen müssen, habe sie durchaus gedacht, „der Arme“. „Aber natürlich habe ich das nicht nach außen getragen“, erzählte sie. Professionalität und ein makelloses Image ohne Eskapaden - so wurde sie zu Deutschlands beliebtester Nachrichtensprecherin. Der einstige „Tagesthemen“-Moderator Hanns Joachim Friedrichs bescheinigte ihr eine Fähigkeit, die nicht erlernbar sei - „den meisten Leuten sympathisch zu sein“.

Mitte der 70er Jahre hatte Chefsprecher Köpcke auf die Richtige gesetzt, obwohl auch er zu den Zweiflern zählte. Berghoff: „Er war eigentlich nicht der Meinung, dass Frauen die „Tagesschau“ sprechen können. Von Politik würden sie nichts verstehen, von Sport schon gar nichts, und bei Unglücken in Tränen ausbrechen.“ Dennoch holte er sie zu seinem nur aus Männern bestehenden Sprecher-Team. Bis dahin hatte Berghoff als TV-Ansagerin, Moderatorin und Hörfunksprecherin beim Südwestfunk (SWF) in Baden-Baden das Handwerk erlernt. Eigentlich wollte sie Schauspielerin werden - doch am 16. Juni 1976 begrüßte sie erstmals die Zuschauer des ARD-Flaggschiffs.

Ein „wunderbares Leben“ habe sie gehabt, sagte Berghoff mal. Ein großer Einschnitt sei jedoch der Tod ihres Mannes Pit im Jahr 2001 gewesen. Zu manchen Ex-Kollegen hält sie noch Kontakt - und gelegentlich ärgert sie sich über Meldungen in ihre