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Comic: Abrafaxe: Die Enkel fechten es besser aus

Uhr | Aktualisiert 03.12.2010 19:13 Uhr
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Abrafaxe

Inzwischen erfolgreicher als ihre Vorbilder: die Abrafaxe. (ABB: MOSAIK)

Als die Digedags im Jahr 1975 in Folge des Streites zwischen ihrem Erfinder Hannes Hegen und dem FDJ-Verlag Junge Welt zu ihrem letzten Ritt aufbrachen, schlug die Stunde der Abrafaxe.
Halle (Saale)/MZ/STK. 

Drei liebenswerte Klone der Originale, die nach Auskunft von Walter Hackel, seit 1984 einer der "Mosaik"-Autoren, "menschliche Schwächen durch den Kakao ziehen und Wissen vermitteln" sollten. Das klappte: Auch die "Abrafax"-Comics gingen weg wie warme Semmeln - eine Million Hefte wurde jeden Monat abgesetzt.

Nach der Wende allerdings kam der Einbruch. Plötzlich standen Konkurrenten wie Asterix, Donald Duck und Superman auf der Matte. Das traditionsreiche "Mosaik", zu DDR-Zeiten mehr als einmal in seiner Existenz bedroht, kämpfte seinen vielleicht größten Kampf.

Und es gewann. Zwar sackte die Auflage in den Keller, doch es blieben nach der Privatisierung genug treue Leser, um das Überleben zu sichern. Inzwischen sind die Abrafaxe Abrax, Brabax und Califax, die von Digedag-Co-Autor Lothar Dräger und Hegenbarts Chefzeichnerin Lona Rietschel entwickelt wurden, bei ihrem 419. Abenteuer angelangt - fast doppelt so viele, wie ihre Vorgänger schafften. Verkauft haben die Abrafaxe bis heute mehr als 200 Millionen Hefte - umgerechnet sind das mehr als 11 000 Comicseiten -, von sieben Autoren erdacht und von insgesamt 25 Zeichnern detailverliebt aufs Papier gebracht.

Dabei ist der Steinchen-für-Steinchen-Verlag, der das Mosaik heute herausgibt, mit der Zeit gegangen. Seit 1995 schon erscheinen regelmäßig großformatige Abrafax-Comicalben mit abgeschlossenen Abenteuern - gerade ist das farbenprächtige "Blackbeards Schatz" herausgekommen. 2001 schon wagten sich die drei sympathischen Zwerge im Zeichentrickfilm "Unter schwarzer Flagge" erstmals ins Kino, im selben Jahr begann auch der Auslandsverkauf der Hefte unter anderem in Portugal und China. 2008 debütierte das seitdem vierteljährlich erscheinende Mosaik für Mädchen, in dem Anna, Bella und Caramella wilde Abenteuer erleben. Und im Frühjahr folgte dann auch noch die erste Mosaik-App beim Apple-Onlineladen iTunes, die es Fans erlaubt, die guten alten Mosaik-Comics aufs Handy oder den heimischen Computer zu laden.

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