Vorlesen

Buch: Männliche Musen inspirieren zu großer Popmusik

Uhr | Aktualisiert 02.11.2012 19:12 Uhr

Die inzwischen verstorbene Amy Winehouse und Blake Fielder-Civil. (FOTO: „DER TYP AUS DEM SONG“/ SCHWARZKOPF & SCHWARZKOPF VERLAG)

Von
Musiker sind eigentlich auch nur Menschen. Diese Erkenntnis macht die Stars unter ihnen - im Mix mit der unerreichbar scheinenden Aura - für ihre Fans so begehrenswert. Man will sich ja identifizieren.
Drucken per Mail
Halle (Saale)/MZ. 

Da ist es stets ganz praktisch, wenn auch die Songs von den ganz normalen Problemen und Gefühlen handeln, mit denen sich jeder mal herumplagen muss. Liebeskummer zum Beispiel.

Adele, die früh reife britische Sängerin, kann ein - mit dem Grammy ausgezeichnetes - Lied davon singen: "Rolling In The Deep" auf ihrem Album "21". Da nahm sie Abschied von einer verflossenen Liebe. Der Typ, etwas älter als sie, hatte ihr das Herz gebrochen. Wer er war, vermögen auch der Musikhistoriker Michael Heatley und sein Co-Autor Frank Hopkinson in ihrem unterhaltsamen Buch "Der Typ aus dem Song" nicht ergründen - doch mit ihren Recherchen um die Entstehungsgeschichte von Pop-Klassikern wie diesem lassen sie uns in das Seelenleben der Musiker blicken. Nach dem Erfolgstitel "Das Mädchen aus dem Song" verfolgen sie nun die Spur der männlichen Musen, die Pop-Größen zu ihren Hits inspirierten. Nicht immer handelt es sich dabei um den Geliebten oder Ex-Partner. Auch Kollegen, Idole und Rivalen waren oft der Anfang vom Lied.

50 Klassiker der Musikgeschichte haben die Autoren ausgesucht, um die Geschichten dahinter zu erforschen. Songs von Eric Claptons "Tears In Heaven" bis zu "Back To Black" von Amy Winehouse. Songs, die jeder kennt - die Männer und Jungs, von denen sie handeln, indes nicht immer. Clapton etwa verarbeitete in dem anrührenden Lied den Tod seines Sohnes. Derweil erzählt die Schmerz erfüllte Liedzeile "We only said goodbye with words - I died a hundred times" in "Back To Black" von der kaputten Beziehung zwischen der 2011 verstorbenen Amy Winehouse und Blake Fielder-Civil, der zunächst zu seiner Ex-Freundin zurückgekehrt war.

Heatley und Hopkinson gelingt mit dem 248 Seiten starken und mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotografien illustrierten Buch eine Art Nachschlagewerk, das - voll mit Anekdoten und Hintergrundwissen - Lust auf's Noch-einmal-Hören der Songs macht. Wer hätte auch schon vermutet, dass Stefani Germanotta alias Lady Gaga ihren Hit "Speechless" 2009 wegen einer Herzerkrankung ihres Vaters geschrieben hat? Die Autoren erzählen: Als sich sein Zustand verschlechterte, er aber eine Operation ablehnte, habe die schrille Popdiva die Songzeilen als Bitte an ihn verfasst, die Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn, so wird Lady Gaga in dem Buch zitiert: "Mein Vater ist mein Ein und Alles. Ich bin Papas Mädchen."