Die kleine im Zoo von Jakarta eingeschlafene Lana (Klarysa Aurelia Raditya) wird von ihrem Vater dort einfach vergessen. Sie durchstreift den Zoo auf der Suche nach ihm und nimmt dabei die Geräusche der Natur und der Tiere wahr. Sie wächst inmitten der Tierpfleger und mit den Tieren auf. Doch ihre Sehnsucht nach Berührungen wird fast unerträglich.
„Die Nacht der Giraffe“ von dem indonesischen Regisseur Edwin ist eine internationale Koproduktion, an der die in Halle ansässige Produktionsfirma Pallas Film beteiligt war. Zur Premiere im Lux Kino in Halle am Dienstag lobte Edwin die Zusammenarbeit mit den halleschen Produzenten und hofft, mit seinem neuen Projekt die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen zu können. Das moderne Märchen lief 2012 im Wettbewerb der 62. Berlinale. „Es ist ein Film über die universelle Sehnsucht nach Berührungen von Mensch und Tier“, so der Regisseur über seinen zauberhaften Film.
Edwin überzeichnet seine Figuren gekonnt und es ist zugleich eine Hommage an die Tiere im Zoo, die zwar gefangen sind, aber dort weiterleben. „Die Nacht der Giraffe“ besticht durch einfache und pointierte Dialoge. Faszinierend sind die Tieraufnahmen und die Geräusche wie zum Beispiel das Ohrenschlagen der Elefanten oder die hörbaren Schritte der Giraffe. Als Zuschauer hat man das Gefühl, dass die Tiere die Aufmerksamkeit, gefilmt zu werden, regelrecht genossen haben. Es gab sie übrigens in den 1980er Jahren tatsächlich, die Menschen, die im Zoo campiert haben, weil sie kein Heim hatten.
Die Nacht der Giraffe
Drama, Indonesien, D, Hongkong, China 2011
Regie: Edwin
FSK: ab 12 Jahre
Der Film startet u. a. im Lux Kino am Zoo, Halle, Seebener Str. 172, und im Kulturzentrum Moritzhof, Magdeburg.