Blühende Landschaft am Mittelberg - dem Fundort der Himmelsscheibe (MZ-Foto: Rainer Wißenbach)
Für die Gestaltung läuft ein internationaler Architektenwettbewerb, für den 35 Teilnehmer aus 500 Bewerbern ausgewählt wurden. Er soll die ländlich unberührte Atmosphäre des Ortes am Fuße des Mittelbergs berücksichtigen, der die Himmelsscheibe 3600 Jahre lang barg, und auch Bezug nehmen zu den kulturhistorisch wichtigen Stätten im Umfeld wie dem Ottonenkloster Memleben.
Teil der Aufgabe ist auch ein Aussichtsturm von 30 Metern Höhe auf dem Mittelberg, um dort Besuchern den Fernblick auf Brocken, Kyffhäuser und Petersberg zu ermöglichen. Diese Erhebungen stehen möglicherweise im Zusammenhang mit den Himmelsdarstellungen auf der Scheibe. Ferner ist geplant, das Gelände mit "Land-Art" künstlerisch aufzuwerten. Dafür wird ein entsprechendes Wettbewerbsverfahren ausgelobt.
Der Landrat des Burgenlandkreises, Harri Reiche, will die erhofften Besucherströme auf viele Wege verteilen. An den Ausbau des Straßen-, Wander- und Radwegenetzes ist gedacht. Zwei Solar- oder Elektromobile würden angeschafft, um als Shuttle zwischen Museum und Aussichtsturm zu dienen. Dank Erlebniscenter hält Reiche eine Anhebung der Auslastungsquote örtlicher Hotelbetriebe von mindestens zehn Prozent für möglich. Derzeit liege sie bei 32 Prozent.
Am Ausbau des Unstruttal-Tourismus hätten Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Burgenlandkreis und Merseburg-Querfurt ein verbindendes Interesse, so Reiche. Hinzu komme der Kreis Weißenfels, der mit dem Sonnenobservatorium von Goseck eine vergleichbare Attraktion bieten kann. Gespräche liefen mit der Deutschen Bahn, die in Wangen an der Strecke Nebra-Artern einen neuen Haltepunkt einrichten könnte.