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Kommentar zur kommunalpolitischen Dominanz der CDU: Allmachtsfantasien

Hendrik Kranert-Rydzy

Hendrik Kranert-Rydzy

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MZ

CDU-Landeschef Thomas Webel hat im doppelten Sinne Recht: Ja, die mutmaßliche Wahlfälschung in Stendal ist ein Problem des dortigen Kreisverbandes. Richtig ist aber auch, dass das in der Wahrnehmung ein Problem ist, das über Stendal hinaus auf die Union ausstrahlt.

Wahlfälschung und CDU in einem Satz - das ist schon ganz starker Tobak. Das kann man nicht aussitzen. Schon gar nicht eine Woche vor dem Landesparteitag, auf dem sich die Vorstandsriege um Webel zur Wiederwahl stellt. Die Worte des Parteichefs waren denn auch von seltener Deutlichkeit. In der Dessauer Fördermittelaffäre hielt sich die Parteiführung mit Kritik an Akteuren aus den eigenen Reihen noch zurück. Dafür wurden interne Kritiker mit Parteiausschlussverfahren überzogen. Das kam nicht gut an.

Was beide Fälle miteinander zu tun haben? Auf den ersten Blick nicht viel. Auf den zweiten schon: In der CDU entwickeln einige Verantwortliche nach Jahren (kommunal)politischer Dominanz Allmachtsfantasien, glauben offenbar, sich alles erlauben zu können und ungestraft davon zu kommen. Es täte der Führung, nicht Webel allein, gut, wenn sie sich dieses Problems rasch annimmt.

Kontakt zum: hendrik.kranert@mz-web.de


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