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Kommentar zu „Ice Bucket Challenge“: Weltklasse-PR

Christian Elsaeßer

Christian Elsaeßer

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MZ

Keine Frage: Bei flüchtigem Hinsehen hat es etwas von pubertärem Unfug, wenn sich Leute vor eine Kamera stellen, sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf schütten und zuvor noch drei weitere Menschen benennen, die bitte dasselbe zu tun haben.

„Ice Bucket Challenge“ nennt sich das Phänomen, das in den sozialen Medien gerade zum weltweiten Renner geworden ist. Doch wer das Projekt als bloße Spinnerei abtut, hat dessen Kern nicht begriffen. Es geht nicht um Wasser überm Kopf und im Grunde geht es auch nur mittelbar darum, Spenden für die ALS-Forschung einzutreiben. Das Wichtigste ist, die Krankheit ALS bekannt zu machen. Und auch wenn es keine belastbaren Zahlen gibt, so darf man annehmen, dass sich doch eine ganze Menge der tausenden Teilnehmer informiert hat, was sich überhaupt hinter ALS verbirgt.

Die „Ice Bucket Challenge“ ist eine PR-Aktion. PR bedeutet Public Relations – wörtlich: öffentliche Beziehungen. Darum geht es: Eine Beziehung der Öffentlichkeit zu einer Krankheit herzustellen. Die halbe Welt redet über die „Ice Bucket Challenge“ - und damit auch über ALS, etwa 24 Millionen Euro Spenden sind eingesammelt. Das nennt man wohl Weltklasse-PR. Panorama

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